2010 – 2020 Mieter contra Vermieter – 1

Erlebnisse als Mieter!
2010 – 2020 – 8. Mietwohnung – Josef und ich ziehen nach Weigelsberg, Traitsching, in der Nähe von Cham.

Im Sommer 2010 war das Wohnen in Mariaort für mich nach 2 Jahren so unerträglich geworden, daß ich Josef sagte, wir müßten dringend umziehen. Er war einverstanden und so ging die Suche nach einer neuen Bleibe los. Wochenlang lasen wir die entsprechenden Anzeigen, schalteten selbst welche und schauten uns dann die Angebote Fan. Unser Ziel war eine Wohnung im Umkreis von 30 km von Regensburg zu finden, aber alle Angebote, die wir uns anschauten kamen nicht in Frage. Die Wochen vergingen und unsere Hoffnung auf das Richtige schwand allmählich. Dann klingelte im Oktober das Telefon. Eine Frau war dran, die unsere Anzeige gelesen hatte und bot uns ihr Haus an. Auf meine vielen Fragen, gab sie mir folgende Antworten: Es sei ein Haus, mit großem Garten, der Ort hieß Weigelsberg und sei ein kleiner Weiler, der zu Traitsching gehöre. So wie ich es mir wünschte, dürfte ich Tiere halten, auch Geflügel, der einzige Haken war, es war über 50 km von Rgbg. entfernt. Ich erbat mir Bedenkzeit, weil ich das erst mit Josef besprechen wollte. Die 50 km erschienen uns doch etwas zu weit entfernt von unseren Söhnen, andererseits war das Angebot sehr verlockend. So überredete ich schließlich Josef, die Sache wenigstens einmal anzusehen. Und so fuhren wir nach Rücksprache mit Frau Schweiger-Jäger, die uns das Angebot machte, eines Tages dort hin. Verborgen hinter einem Waldstreifen fanden wir den kleinen Weiler „Weigelsberg“. Wir parkten das Auto und gingen zu dem Haus Nr. 2, das unser Ziel war. Es war ein weiß getünchtes Haus, mit Fenstern, deren Rahmen allesamt schwarz gestrichen waren und ein Holzzaun umgab das kleine Grundstück davor.

Wir parkten das Auto und gingen zu dem Haus Nr. 2, das unser Ziel war. Es war ein weiß getünchtes Haus, mit Fenstern, deren Rahmen allesamt schwarz gestrichen waren und ein Holzzaun umgab das kleine Grundstück davor.

Wir näherten uns dem Haus und wurden von einem großen Hund – ich glaube, es war ein Rottweiler – empfangen, der kläffend an der Gartentür hoch sprang. Von Kindheit auf hatte ich mich noch nie vor solchen „Bestien“ gefürchtet und so sprach ich ihn freundlich und lobend an. Sogleich stellte er sein Bellen ein und wedelte heftig mit dem Schwanz. Da wußte ich, er würde mir nichts tun, ging zu ihm hin und streichelte seinen Kopf. Das ließ er sich schwanzwedelnd gefallen. Da öffnete sich auch schon die Haustür und ein freundliches Ehepaar in unserem Alter (also zwischen 65 und 75 Jahren) hieß uns willkommen und baten uns herein. Wir traten in den Flur, dessen Wände ganz mit Holzpaneelen verkleidet waren. Zwei Türen gingen von ihm ab und eine etwas steile Holztreppe führte in den ersten Stock. Gleich rechts neben der Eingangstür hing in Kopfhöhe ein großer Sicherungskasten an der Wand, der den Treppenaufgang verengte. Zuerst gingen wir diese Treppe hinauf. Oben befand sich ein zweiter Flur (auch hier die Holzverkleidung an den Wänden), an dessen Ende eine weitere Treppe in den Dachboden führte. Ansonsten war lediglich nur eine Tür vorhanden. Durch diese traten wir in ein Zimmer ein. Mein erster Blick fiel auf einen Kachelofen. Der gefiel mir, denn so einen hatte ich mir schon immer gewünscht. In diesem Raum gab es wieder zwei Türen. Die eine befand sich auf der linken Seite, die andere geradeaus an der Rückwand. Wir gingen zuerst in das linke Zimmer. Auch hier alle Wände mit Profilholzverkleidung. Und wiederum zwei weitere Türen. Die eine ging auf den kleinen Balkon hinaus, die andere in ein weiteres Zimmer. Das war vielleicht unpraktisch, aber ich dachte bei mir, daß man das vordere Zimmer als Schlafraum und das anschließende als Arbeitsraum benützen könnte. In diesem Raum war die Decke einst Moosgrün gestrichen worden, was mir nicht sehr gefiel, aber das konnte geänderte werden. Unpraktisch war in diesem Zimmer der Heizkörper, der neben und nicht unter dem Fenster angebracht war. Das gleiche war mir bereits im vorderen Zimmer aufgefallen. Auch dort befand sich der Heizkörper nicht unter dem Fenster sondern an einer Wand. Die Decken zweier Räume waren mit „weißlackierten“ Holzpaneelen verkleidet, die im Lauf der Zeit etwas grau und fleckig geworden waren. Die Besichtigung des vierten Zimmers ergab ein ähnliches Bild wie in den anderen. Holzverkleidete Wände, aber wenigstens war hier der Heizkörper unter dem Fenster angebracht. In drei von den vier Räumen auf den Böden abgenutzte Kunststoffbeläge und in dem vierten ein Teppichboden, nicht nur abgenutzt, sondern auch mit Rissen. Anschließend gingen wir die steile, abgenutzte Holztreppe zum Dachboden hinauf, der mit einer schweren Holzklappe verschlossen war. Aber ein Gegengewicht half beim Aufklappen. Ein Fenster aus Glassteinen spendete Licht, allerdings waren die Fugen schwarz von einstigem Schimmelpilzbefall. Der gesamte Dachboden war nicht isoliert, die Giebelwände, in die je ein Fenster angebracht war, unverputzt. Der ursprüngliche Holzbelag am Boden (4 m lange Verschalungsbretter) war zu ca. 2/3 durch Dielenbretter ersetzt. Fünf unterschiedlich große Schränke standen dort, ein sehr stark verschmutztes altes Sofa, alte Regale, zwei ausrangierte Radiatoren und rechts und links an den hintersten Stellen unter der Dachschräge stapelten sich ungenütztes Baumaterial und Holzabfälle. Die Dachbalken waren von unterschiedlichster Form und bedeckt mit Jahrzehnten langem Staub. Aber er war groß und damit würde man etwas anfangen können. Zurück im Erdgeschoß führte man uns in das Zimmer, das am Ende des Flurs lag. Das Ehepaar benutzte es als Schlafzimmer, weil es ihnen, wie sie uns berichteten, inzwischen zu mühsam geworden war in der Nacht von oben nach unten zu gehen, denn im ersten Stock gab es weder Toilette noch eine Waschgelegenheit. Wie im oberen Stockwerk führte von diesem Zimmer eine Tür in einen weiteren Raum, den sie als Abstellkammer und Vorratsraum benützten. Dieser Raum war in einem denkbar herunter gekommenen Zustand. Der Bodenbelag sah folgendermaßen aus: Siehe Foto 1 + 2,! Aber daraus konnte man mit etwas Aufwand ein schönes Wohnzimmer machen. Dann ging es in die Küche. Wenn man in den Flur trat, war es gleich die erste Türe links. Noch standen folgende Möbel darin: Schöne Küchenschränke im Landhausstil, ein betagter Elektroherd, ein Holzherd mit Ceranfeld, zwei Vitrinen und ein Tisch samt vier Stühlen. Auch hier eine weitere Tür, die schließlich ins Bad und die Toilette führte. Der Raum war längs mit einer Trennwand abgeteilt, der ihn etwas dunkel machte. Rechts davon, an der hinteren Wand befand sich die Badewanne und davor, ohne einen Zwischenraum, die Dusche, so daß der Einstieg in die Wanne um die Hälfte verkürzt war. Auf der linken Seite an der hinteren Wand die Toilette und ihr gegenüber das Waschbecken, darüber ein dreiteiliges Hängeschränkchen und daneben ein schmaler hoher Schrank. Auch in diesen beiden Räumen waren fast alle Wände mit Holz verkleidet. Insgesamt gewann ich den Eindruck, als befände ich mich in einem Holzhaus.
Danach gingen wir in den Garten, der wirklich sehr groß war (ca. 4000 qm) und zu dem auch ein Streifen von Wald gehörte. Vorhanden waren im Garten eine Doppelgarage, inklusive einer kleinen Werkstattabteilung, ein Schuppen, ein kleines Holzhäuschen für Gartengeräte und ein Pavillon. Alles war ungepflegt, Gerümpel und Abfall lag an verschiedenen Stellen herum. Den Garten hatte man seit Jahren verwildern lassen, lediglich ein Streifen Wiese, der knapp 1/4 des Gartens ausmachte, war gemäht. Büsche und Laubbäume wuchsen seit Jahren wohin auch immer sie wollten. außerdem waren irgendwann zwei große Obstbäume umgekippt und lagen samt großen Kronen so auf der Erde, wie sie gefallen waren. Auch hatte hatte das Ehepaar sämtliche Äste, die irgendwann doch einmal abgeschnitten waren, unter den Baum gelegt, über die inzwischen Gras wucherten und nicht mehr benützte Bretter entweder hinter dem Schuppen, an den Wiesenrand und an den Waldrand angehäuft. Sämtliches Material war halb oder ganz verrottet und feucht. Längst der kleinen Straße, die zu den nächsten, etwas weiter hinten stehenden Gebäuden führte, zog sich ein Abflußgraben hin, über den hinweg sich aus dem Garten lange Zweige bis auf die Straße neigten. Auch gab es zwei Kellerräume, die aber nur von außen über eine Metalltreppe zu erreichen waren. Aber all das störte mich nicht. Ich erkannte sehr klar all die Defizite, aber ich sah darin auch eine Herausforderung, ein Potenzial, sah einen ungeschliffenen Edelstein, den es galt zum Glänzen zu bringen. Als wir alles besichtigt hatten, lud man uns zu einem Imbiß in ihre Küche ein. Wir setzten uns und der Hund, der uns überallhin begleitet hatte, legte sich sogleich unter den Tisch und seine Schnauze auf meinen Fuß. Zu essen gab es Wienerwürstchen mit Kartoffelsalat. Ich hatte mir inzwischen alles gut überlegt. Die Lage war wunderschön, wenig Nachbarn, keiner in unmittelbarer Nachbarschaft und es war ruhig. Und das war für mich am wichtigsten, denn meine Nerven hatten wegen massiver Lärmbelästigung in der vorherigen Wohnung stark gelitten. Und so sagte ich dem Ehepaar, daß wenn sie einverstanden sind, ohne Josef um seine Zustimmung zu fragen, daß wir das Haus mieten wollen. Wie ich ihn kannte, hätte er es abgelehnt, wohl ahnend, wie viel Arbeit auf uns zukam. Aber ich war voller Tatendrang. Ich liebte die Gartenarbeit sehr und freute mich auf eine weitere Gestaltung eines Hauses. Und für meinen Mann würde sich die eine oder andere Arbeit finden, die er gerne machen würde und ihm den Tag ausfüllte. Und er stimmte zu, um mir eine Freude zu machen. Um ihnen nun eine Vermietung an uns leicht zu machen, erzählte ich dem Ehepaar, wen sie vor sich hatten. Dazu zeigte ihnen Josef seinen Dienstausweis, der ihn als pensionierten techn.. Postoberamtsrat auswies. Sein Vater war seinerzeit als Hoch-und Tiefbau-Ingenieur beim Rgbg-Landratsamt angestellt gewesen. Ich selbst entstammte auch aus guter Familie. Mein Vater war ein bekannter Regensburger Fabrikant (Beton-Geyer) gewesen und meine Mutter eine geb. Baroness von Strauß und Torney, Das fand Frau Schweiger-Jäger gut und war damit einverstanden. „Wissen sie“, sagte sie zu mir, „wir hätten das Haus gerne verkauft, aber es hat sich kein Käufer gefunden. Auch um es zu vermieten haben wir wochenlang gesucht. Es ist jetzt schon etwas knapp geworden, denn in 4 Wochen ziehen wir bereits um. Nachdem wir uns einig waren, erzählte sie noch Verschiedenes wie z. B. daß das Haus vor einigen Jahren eine solide Außenisolierung bekommen hatte. Dann wurden Details besprochen, wie mit einigen Dingen verfahren werden sollte. Ihre schöne, im ländlichen Stil gehaltene Küche konnten sie nicht mitnehmen und würde im Haus bleiben. Das war etwas bedauerlich, denn wir hatten unsere eigene, die mit uns einziehen sollte. Ansonsten überließen sie uns sämtliche Gartenwerkzeuge, zu denen auch ein Aufsitzmäher und ein Motormäher gehörten, zur kostenlosen Benutzung, für deren regelmäßige fachgerechte Wartung wir aber sorgen sollten. In dem Mietvertrag wurde unter anderem festgehalten, daß keine Waldbäume gefällt werden durften. Auch baten sie uns die Vögel zu füttern, zeigten uns das Futterhäuschen und einen Sack voller Körner. Des weiteren waren zwei junge weibliche Katzen vorhanden, die ihnen angeblich nicht selbst gehörten, die aber von ihnen im Schuppen versorgt wurden. Kümmern müßten wir uns aber nicht darum, das würde täglich eine Frau von der Katzenhilfe machen, sobald sie ausgezogen wären. Schließlich fragte ich, ob etwas abzulösen sei. Und so war es. In dem einen Kellerraum befand sich die Ölheizung, samt zwei 1500 l Öltanks. Das vorhandene Restöl – ca. 750 l , das wir selbstverständlich zum Tagespreis bezahlten. Dann kam noch ein größerer Posten auf uns zu, auf den wir gern verzichtet hätten, aber aus reiner Gutmütigkeit übernahmen: Es handelte sich um einen Strandkorb, der sich vor dem Haus befand. Ohne zu feilschen akzeptierte ich die 1 000 Euro, die sie verlangte. Nach ca. 3 Stunden unseres Aufenthaltes schlossen wir den Mietvertrag ab, nachdem ich mich mit der Miete von 650 Euro, den 100 Euro für Nebenkosten und 2 Monatsmieten für die Kaution einverstanden erklärte. Danach besprachen wir, wann wir einziehen konnten. Das Ehepaar selbst würde bereits Anfang November ausziehen. Aber nach dem Entfernen der Möbelstücke in einem der unteren Räume, war an einer Wand starker Schimmelpilzbefall und Feuchtigkeit zum Vorschein gekommen, mußte dringend ausgebessert werden und anschließend 4 Wochen trocknen. Aus diesem Grund wurde unser Einzug für den 01.12.2010 festgelegt. Damit wäre eigentlich alles geregelt gewesen. Aber kaum hatten wir den Mietvertrag unterschreiben kamen vom Mann der Vermieterin Verhaltensregeln, als wären wir nun Angestellte. Ausführlich hieß es “tun Sie dies, tun sie das!” Einiges davon war wichtig, der Rest ärgerlich, aber wir schluckten es höfflich.
Bevor wir uns verabschiedeten, ging ich mit Frau Schweiger-Jäger noch einige Schritte durch den Garten. Dort erklärte sie mir noch verschiedenes, hob dann beide Arme in die Höhe und sagte: „Machen Sie hier, was sie wollen!“ Dieser Ausspruch machte mich sehr froh und versetzte mich in Hochstimmung. Wir hatten jetzt unser Haus, freundliche Vermieter und ich war mir ganz sicher, daß wir gut miteinander auskommen würden.

Alles, was dann in den nächsten Jahren gemacht werden mußte, haben Josef und ich meistens mit Lust und Freude angepackt. Es bereicherte unsere Tage und hielt uns fit. Aber wo Sonne ist, ist auch Schatten und der ließ schließlich nicht auf sich warten.

Den November verbrachten wir mit täglichem Einpacken unserer sieben Sachen aus der alten Wohnung. Allein für das Zeug, das in Umzugskartons kam, mußten 60 Stück angeschafft werden. Auch wenn ich immer wieder darauf geachtet hatte, daß sich nicht zu viel Unnützes ansammelte, war in den 40 Jahren unserer Ehe immer noch viel zu viel behalten worden. Der größere Teil davon war von Josef, der mehr Drang hatte, sich Kinkerlitzchen zu kaufen, als ich und sich kaum von etwas trennen konnte. Ich für meinen Teil trennte mich von den meisten meiner Bücher. Ich hatte sie alle mindestens 2 mal gelesen und würde es nicht wieder tun. Zwei volle Umzugskartons kamen auf diese Art einem Altenheim zugute. Auch fuhren wir in dieser Zeit mit unserem offenen Anhänger, den wir mit Rasengittersteinen aus unserem derzeitigen Garten beluden, zweimal nach Weigelsberg. Josef sträubte sich etwas dagegen, aber es gab keinen Grund sie zurück zu lassen, um dann für den neuen Garten neue zu kaufen und ließ sich überzeugen. An diesen beiden Tagen lernten wir auch die beiden Katzen kennen. Es waren Schwestern, von denen die eine etwas scheu war, während die andere sich sogleich jammernd an meinen Beinen rieb. Sie fühlten sich verlassen und freuten sich, als wieder jemand da war, mit ihnen sprach und sie streichelte. Schließlich war unser Umzugstag, der 1.12.2010 gekommen. Leider konnten wir uns zu diesem Zeitpunkt keine Umzugsfirma leisten, so daß Josef und ich das meiste selber transportieren würden. Meine Schwester Ingeborg hatte mir günstig einen geschlossenen Anhänger verkauft, den wir am 1. Dezember mit dem Notwendigsten beluden: Ein Schlafsofa für Josef, dazu Bettwäsche, Lebensmittel, Getränke und was wir sonst noch in den Anhänger hinein stopfen konnten. Dann ging es los. Um die Mittagszeit erreichten wir unser neues Domizil. Die Übergabe erfolgte durch Frau Mehnat, der Zugehfrau von Frau Schweiger-Jäger. Eine nette Person, der ich aber abschlagen mußte, uns nochmals durchs Haus zu führen. Sie hatte es die Tage vorher sauber gemacht und zwei Tage zuvor die Heizung angestellt, so daß es leidlich warm war. Aber als sie anfing neugierige Fragen zu stellen, was wir nun damit vorhätten, bat ich sie freundlich, uns nicht weiter aufzuhalten, denn nach dem Ausladen des Hängers müßten wir eine zweite Tour nach Regensburg und wieder zurück machen. Da übergab sie uns alle Schlüssel zum Haus und verabschiedete sich. Rasch brachten Josef und ich die Sachen ins Haus und stellten, bis auf die Lebensmittel, vorerst alles in das Zimmer (Bild 1) das später das Eßzimmer werden sollte. Dann fuhren wir nochmal los. Aus der Wohnung, die nun Vergangenheit wurde, kam zuerst das zweite Schlafsofa, das für mich war, in den Hänger und wie beim ersten Mal wurde eingeladen, was nur immer ging. Die Fahrt zurück nach Weigelsberg gestaltete sich schwierig. Bereits bei der ersten Fuhre hatte leichter Schneefall eingesetzt. Nun wurde dieser immer mehr und die Nacht brach allmählich an. Schließlich waren die Straßen völlig verschneit und ich, die am Steuer saß, mußte höllisch aufpassen, daß ich das Auto im Griff behielt. Aber ich bin eine routinierte Fahrerin und das Fahren bei Schnee macht mir schon lange nichts mehr aus. Und so kamen wir schließlich unfallfrei in unserer neues Heim. Am nächsten Morgen ging ich gleich mal in den Garten und rief nach den beiden Katzen. Es kam aber nur eine und es war erstaunlicherweise die Scheue, der ich den Namen „Mimi“ gab, während die Anhängliche nie wieder auftauchte.

Mimi, unsere 1. Katze in Weigelsberg.
Und daneben der Raum, in den wir erstmal unsere ganzen Möbel und anderen Sachen stellten, weil kein einziges Zimmer bezugsfertig war.

Danach luden Josef und ich nur aus, was notwendig, um an mein Sofa zu kommen und brachten es in den 1. Stock, weil im Erdgeschoß dafür kein Platz war. Dazu mußte ich die Rückenlehne abschneiden, weil der Aufgang zur schmalen Treppe zusätzlich durch den Sicherungskasten, den man nicht in der Wand versenkt hatte, obwohl die wirklich dick genug war. Danach waren wir sehr müde und hungrig, und jetzt erwies es sich als Glück, daß eine Küche vorhanden war. Ich machte uns Abendessen und anschließend legten wir uns, jeder für sich, auf sein Sofa. Für mich war die erste Nacht nicht besonders angenehm, denn die Zentralheizung war so eingestellt, daß sie sich ab 23 Uhr abschaltete. Und weil das Haus auch tagsüber nur mäßig erwärmt worden war, wurde es in den Zimmern in der Nacht kalt, so daß ich fror. Und Josef, dem ich es am Morgen erzählte, war es auch so ergangen. Aber damit konnten wir uns nicht aufhalten. Um es uns einigermaßen gemütlich zu machen, mußte ich mich dran machen ein Zimmer nach dem anderen zu renovieren. So fuhren Josef und ich nach dem Frühstück nach Cham zum OBI und besorgten Wandfarbe und Laminat und das dazu gehörende Werkzeug. Bei dem Laminat nahmen wir das billigste, denn unsere Finanzen waren knapp. Ich hatte mir ausgerechnet, daß ich für die Renovierung im Haus erst einmal unser Konto bis zum Limit belasten würde, um dann Ende Mai einen Kredit aufzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt bekam ich meine Rente und damit konnte ich das Konto ausgleichen und nach und nach den Kredit abbezahlen. Das hat dann auch gut geklappt, weil wir sehr sparsam waren. Während ich mich daran machte in Josefs Zimmer zuerst einmal die Decke weiß zu streichen, die wie alle anderen im Haus unschön geworden war, machte Josef gleich eine weitere Tour nach Regensburg, um diesmal den Hänger mit Umzugskartons zu füllen. Nur einmal unterbrach ich meine Arbeit, um das Vogelhäuschen aufzufüllen, daß in Kopfhöhe beim Eingang vom Pavillon angebracht war. Der schneebedeckte Boden darunter war mit Samenschalen und dem Kot der Vögel verdreckt. Bis zum Frühjahr würde das noch schlimmer werden und mußte dann gereinigt werden. Bereits da beschloß ich, den Futterspender im Herbst zu versetzen, damit er nicht direkt am Eingang zum Gartens hing. Dann kam auch schon die Frau von der Katzenhilfe. Wir stellten uns vor und ich begleitete sie in den Schuppen. Dort sah ich zu, als sie das Trockenfutter in bereitgestellten Schüsseln verteilte. Sie hatte auch Wasser dabei, sagte mir aber, daß es für die Katzen kaum möglich sei, lange davon zu trinken, weil das Wasser schnell gefrieren würde. Da versprach ich ihr, die Schüssel immer wieder mal mit heißem Wasser nachzufüllen. Um diese Geschichte nun kurz zu machen füge ich hier hinzu, daß ich ihr, nachdem sie am zweiten Tag wieder gekommen war, erklärte, daß ich ihr die Katzenfütterung sehr gern abnehmen würde. Es war ja unsinnig, daß sie täglich den weiten Weg hierher machte, während ich direkt am Ort war. Darüber war sie sehr froh. Sie übergab mir noch einen Vorrat Futter und verschwand und ich machte mich wieder an meine Renovierungsarbeiten. Der tapfere Josef kam trotz des immer höher werdenden Schnees am frühen Nachmittag sicher wieder zurück. Dankbar dafür und voller Lob, weil er auch in der nächsten Zeit immer wieder solche Fahrten machen würde, nahm ich ihn in Empfang. Die zweite Nacht war genauso unangenehm wie die erste. Man bekommt einfach keinen erholsamen Schlaf, wenn man friert, also habe ich in der dritten Nacht den Kachelofen zum ersten Mal eingeheizt und endlich im wohlig warmen Zimmer schlafen können. Brennholz war ja reichlich vorhanden, auch wenn im Schuppen vieles einfach wahllos übereinander geworfen war.

Wegen der Fülle von Berichten fasse ich hier den Zustand des Hauses zusammen, wie mein Mann und ich ihn vorgefunden haben und wie es von uns im Laufe der Jahre renoviert wurde.

Zustand beim Einzug – Abkürzung – ZbE. Zustand nach Renovierung – Abkürzung – ZnR.

Um meinen Bericht von den weit reichenden Renovierungen überschaubar darzustellen habe ich mir folgendes ausgedacht. Ich zeichnete Pläne vom Haus (sind aber nicht maßstabsgerecht) und kann jetzt bildlich fast jedes Zimmer einzeln darstellen, wie es vor und nach der Renovierung aussah.

Grundriß Erdgeschoß!

1. Flur, 2. Treppe, 3. Küche, 4. Bad, 5. ehemaliges Schlafzimmer unserer Vermieterin, dann unser Eßzimmer, 6. ehemaliges herunter gekommener Abstellraum, dann unser Wohnzimmer, 7. Küchenzeile, inklusive an der langen Seite der Holzkochherd und an der kurzen der Elektroherd, darüber einige Oberschränkchen. 8. Toilette, 9 Badewanne – dazwischen die Trennwand – und 10. die Dusche. 8. = die Toilette. 9. die Badewanne, in die man wegen 10. der Dusche, schlecht hinein-und heraussteigen konnte. Ich habe sie manchmal benützt, wenn genügend Wasser da war, aber Josef nie Neben der Dusche hatte ich die Waschmaschine und den Geschirrspülmaschine. Gegenüber der Toilette war der Waschtisch, mit 3. teiligem Spiegelschrank und daneben ein schmaler Hochschrank.

Zu 1. Der Flur! ZbE: Wände und Decke holzverkleidet. Der Boden mit dunkelroten Steinfliesen belegt, die nicht alle eben lagen.
ZnR: Von der Seitenwand nahm ich das Holz weg, um den Flur etwas zu verbreitern. Für den Boden kaufte ich ein helles Linoleum mit Marmormuster.
Zu 2. Die Treppe!
ZbE Auf den Stufen lagen Teppichfliesen, die alt und verschmutzt waren. Diese habe ich durch neuen Teppichboden ersetzt.
Zu 3. Die Küche!
ZbE: Gleich rechts von dem Türeingang ( = 7.) der Elektroherd, daran schlossen sich die Unter-und Oberschränke der Küchenmöbel an und schloß mit dem Holzherd, der eine Keramikplatte hatte, an.
Die Decke holzverkleidet und fleckig, die Fensterrahmen – wie überall im Haus – schwarz gestrichen.

Dem Holzherd gegenüber war ein Vitrinenschrank, hinter dem, als wir ihn verstellten, ein großer Wasserfleck an der Wand sichtbar wurde.

Der Boden bestand aus bräunlich marmorierten Fliesen, die bereits an den Kanten abgestoßen waren. Und als ich die Holzverkleidungen entfernt hatte, machte Josef folgende Aufnahmen von der Küche, auf denen die darunter liegenden Schimmelflecken auftauchten!

Der Küchenboden! Und auch hier kann man rechts den nassen Fleck sehen!

Und für meinen Geschirrspüler war kein Platz in der Küche. Warmwasser gab es nur aus einem 5 L Elektroboiler, der über der Spüle hing und im Jahr darauf wegen Altersschwäche den Geist auf gab. Einen neuen habe ich nicht mehr gekauft und mich bis zu unserem Auszug, 10 Jahre später, mit kalten Wasser in der Küche begnügt. Auch ging der Abfluß der Spüle kaputt. Ich merkte es daran, daß eines Tages, als ich in die Küche kam Wasser aus dem Türchen unter dem Spülbecken heraus gelaufen war. Als ich es öffnete, sah ich die ganze “Bescherung”! Die Ableitungsrohre waren abgefallen und das Restwasser entlassen. Eine Zeitlang versuchte ich mit neu gekauftem Installationsmaterial die Sache selbst in den Griff zu bekommen, wie ich es in anderen Wohnungen immer gemacht hatte, aber es gelang mir nicht. Schuld daran war der Abfluß in der Wand! Dieser war so hoch, kurz unterhalb der Spülschüssel, angebracht, daß die Übergänge der einzelnen Teile immer irgendwo leckten. Genau so muß es auch demjenigen ergangen sein, der vormals die Rohre angebracht hatte. Das Problem löste er mit eine Ummantelung Silikon, daß sich dann im Laufe der Jahre durch warmes Wasser auflöste und mir die Bescherung brachte. Sicherlich, ein Fachmann hätte es vielleicht richtig richten können, aber den hätten wieder wir bezahlen müssen, denn unsere Vermieterin übernahm solche Kosten nicht. Sie berief sich auf den Mietvertrag, der “Bagatellschäden” von Mietern selbst bezahlt werden müssen. Ich machte dann folgendes: Ich stellte beim Abwaschen eine große Schüssel in das Spülbecken und schüttet, wenn ich damit fertig war, das Wasser in die Toilette. Blöd war nur, daß ein paar Mal mein Besuch, der nicht wußte, für was die Schüssel gut war und für mich das Restgeschirr spülte – das meiste kam sowieso in den Geschirrspüler – das Wasser anschließend in das Becken kippte, bevor ich noch einschreiten konnte.

Einige Jahre später hatten wir Wasser in der Küche, weil das Zuführungsrohr hinter dem Holzherd durchgerostet war.

Als hinter dem Holzkochherd aus den Fliesen Wasser trat, wußte ich sofort, daß, wie im Bad, ein Leck an der Wasserleitung entstanden sein mußte, was sich dann auch bestätigte.

ZnR: Die Holzdecke habe ich mit Holzlack weiß gestrichen und einige Jahre später, als dieser abzublättern begann, die Bretter ganz herunter genommen – die verwendete ich für das später gebaute Hochbeet im Wirtschaftsgarten – und eine neue Decke angebracht. (Ursprünglich wollte ich die Holzdecke entfernen und dann die Decke weißeln, aber darunter befand sich die kahle unverputzte Betondecke.) Für den Boden kaufte ich die gleiche Auslegeware wie im Flur, so daß sich ein schönes Gesamtbild ergab. Die Küchentür, die in der oberen Hälfte einen Glaseinsatz hatte, erwies sich als unpraktisch. Öffnete man sie, dann stand sie seitlich zum Herdseitenrand, so daß man sie beim Kochen immer schließen mußte, ansonsten verschmutzte sie und war schwierig zu säubern. Diese nahm ich schließlich weg und verstaute sie am Dachboden.

Die Wand mit dem nassen Fleck nach dem Trockenlegen und der Renovierung.
Später habe ich an dieser Stelle eine kleine Abstellkammer gebastelt, sieht man rechts, – die eckigen Löcher waren zur Belüftung da – denn der Raum, den meine Vermieterin dafür benutz hatte, war zum Wohnzimmer geworden. Und die Eckbank, samt Tisch, bekam den Platz davor. Auf dem Bild kann man auch die von mir neu gemachte Decke sehen. Und hinten rechts, wo vorher der Holzherd stand (ich hatte ihn nach langjährigem Gebrauch in die Garage schaffen lassen, weil mir das Putzen zu mühselig geworden war) stellte ich einen Hochschrank und ein Regal auf, um weiteren Abstellplatz zu gewinnen.

Auf dem linken Bild sieht man deutlich, daß der Elektroherd, gleich neben der Türöffnung steht. Irgendwann war ich es leid, die Türe zu säubern, denn es ließ sich kaum vermeiden, daß beim Kochen Spritzer an die Glasscheiben gelangten. Den hier abgebildete Herd habe ich neu mit Selbstreinigung gekauft, denn der übernommene war bereits alt und ich hatte keine Lust mehr ihn zu reinigen. Durch die Türöffnung sieht man auch bis in den Flur und erkennt den Sicherungskasten, der den Treppenaufgang verengt.

Zu 4. Bad und Toilette: ZbE. Die Decke ganz, die Wände teilweise mit fleckig gewordenem Holz, teilweise mit Fliesen verkleidet. Die Zwischenwand, die bis zur Decke reichte, verdunkelte den Raum. Und als ich bei unserem ersten Besuch das Bad benutzte, hingen mehrere feuchte Handtücher darin, auch war der untere Holzrand der Zwischenwand stark abgescheuert. Daran erkannte ich, daß das Bad schlecht zu belüften war. Auch hier machte Josef Aufnahmen von den Wänden, nachdem ich die Holzverkleidung entfernt hatte:

Waschbecken und Fensterseite.
Fensterseite links und Rückwand. Wie man sieht, starker, ehemaliger Pilzschimmelbefall.
Rückwand und rechts, die Wasserzufuhr zur Toilette und der Spülkasten. Und dort, wo die Wasserzuleitung in die Wand führt ist der Raumteiler,

Zurückgelassene Innenausstattung war neben dem Üblichen, ein Hängeschrank über dem Waschbecken, links davon ein schmaler Hochschrank und ein kleineres Kästchen.

ZnR: Um dem Raum mehr Höhe – sie maß ca. 2, 07 m – zu geben, entfernte ich an der Decke die Holzbretter und die Latten, an denen sie befestigt war. Die Decke war anständig verputzt, so daß ich nur die Dübellöcher zuspachteln mußte und weiß zu streichen. Dann entfernte ich die Bretter an der Wand und schrubbte sie mehrmals, so bald ich ein Mittel gegen Schimmelpilzbefall gekauft und aufgetragen habe, kräftig ab. Ich rechnete mir die Flächen von drei Wänden aus, kaufte hellen, wie Fliesen gemusterten, strapazierfähigen Kunststoffboden, schnitt ihn zu und klebte ihn mit Teppichklebeband an die Wände. Der Lieferant der Firma TTL, dem ich mein Vorhaben erzählte, sagte, daß würde nie klappen – aber es hat. Danach sah das Bad hell und freundlich aus. Auf den unschönen Fliesenbelag legte ich helles Laminat.
Ersetzt habe ich auch die Toilette, weil sie farblich nicht mehr paßte und den Spülkasten, der nicht mehr richtig funktionierte. Leider war der Abfluß der Toilette nie ganz dicht und der Boden darunter immer feucht, weil der Anschluß im Boden zu kurz und etwas uneben war und verhinderte damit ein paßgenaues Einfügen des Abflußrohrs. Im zweiten Jahr habe ich Josef gebeten, nach meinen Angaben, in die Trennwand eine Öffnung zu schlagen. Gern hat er es nicht gemacht, aber er tat es.

Rechts: Ansicht nach meiner Renovierung. Jetzt sieht alles hell und freundlich aus.

Ich kaufte lange Vierkantbalken, 10 x 10 cm. Die schnitt ich so zu, daß sie rechts und links an der Wand anlagen. Der Raum dazwischen ergab dann das Maß für die senkrechten seitlichen Stützbalken. Alle wurden mit Holzschutzfarbe gestrichen und in das Loch eingesetzt. Und endlich konnte auch der hintere Teil des Badezimmers gut gelüftet werden – Feuchtigkeit hatten wir keine mehr. Und die vorherigen Bretter ersetzte ich mit denen, die man auf dem Bild sehen kann. Als meine Vermieterin uns zum erstem Mal besuchte und sich alles ansah, rügte sie mich, weil ich diese Maßnahme, nicht wie abgemacht, mit ihr abgesprochen hatte. Aber das vermied ich wohlweißlich in der Annahme, daß sie es mir verbieten würde. Ich glaube, daß sie nicht wollte, daß wir schöner in ihrem Haus wohnen, als sie es jahrelang ertrug.
Im Bad fanden dann neben der Dusche noch die Waschmaschine und der Geschirrspüler ihren Platz.

Ersetzt habe ich im 2. Jahr auch dieses Waschbecken, das, obwohl von „villeroy boch“ neben dem Wasserhahn keine Einbuchtung hatte, so daß verspritztes Wasser über den Rand auf den Boden tropfte.

Zu 5. ZbE Das ehemalige Schlafzimmer des Ehepaars!
Bis auf die Fensterwand, waren alle anderen mit Holz verkleidet. Die Decke verputzt. Auf dem Boden lag, bis auf einen breiten Streifen, an der hinteren Wand, siehe Bild unten, der mit den gleichen Fliesen wie im Flur belegt war, alter Teppichboden. Am Fenster hatte man Gardinen samt Gardinenstange zurück gelassen und an dieser hingen noch verschiedene Kinkerlitzchen.

Kaminschacht hinten links und die Stelle wo ich die Fliesen entfernte. Mit einer Spachtel entfernte ich dann die Verfugung, so daß der Boden so eben wurde wie der restliche.

ZnR: Das brauchten wir nicht, also Entsorgung durch uns. Die Steinfliesen, die ursprünglich angebracht wurden, weil sich hinten links ein Kaminanschluß befand, an dem früher ein kleiner schöner Kachelofen angeschlossen war, entfernte ich. Auch diesen Ofen hatte man praktischer Weise zurück gelassen. Aber auch wir brauchten ihn nicht, er stand nur im Weg. Also wollten Josef und ich ihn in die Garage stellen. Aber er war so extrem schwer, daß mir nichts anderes übrig blieb, ihn schweren Herzens zu zerschlagen und die Einzelteil zu entsorgen. Bei den Holzwänden strich ich zuerst die kleinen Zwischenräume mit gelber Farbe und den Rest mit weißer. Den Teppichboden benützte ich als Unterlage für Laminat, nur für die Stelle, wo die Fliesen gelegen hatte, kaufte ich Laminatunterlage. Die Decke bekam einen frischen weißen Anstrich, der Boden das neue Laminat.

Links: Das ist die gleiche Stelle wie vom Bild darüber nach meiner Renovierung.
REchts: Selbes Zimmer, gegenüber liegende Seite. Alles hell und freundlich, bis auf die schwarze Fensterumrahmung. Das änderte sich erst, als ich nach und nach sämtliche Fenster im Haus, innen und außen neu angestrichen habe.

Weil wir unsere eigene Küche nicht da aufstellen konnten, wo sie hin sollte, wir diese aber behalten wollten, überlegte ich mir eine Lösung. Ich baute an den Kamin eine blinde Wand aus Holz, in der Länge der Oberschränke, tapezierte sie mit Raufasertapete und als diese Risse vom Schwund des Holzes bekam, überspannte ich den Teil der Wand mit hellem strapazierfähigem Stoff.

Zu 6, ZbE. Dieses Zimmer war der Abstellraum für die Vermieter gewesen, in dem seit langem keine Renovierung mehr stattgefunden hatte. Der Bodenbelag unbeschreiblich abgenützt und an den Rändern Risse, die sich hochrollten. Im hinteren Drittel befand sich eine Bodenklappe, ein früherer Abstieg in den zweiten Kellerraum, der aber nicht mehr benutzt wurde, denn im Keller hatte man an der Decke die Luke dauerhaft verschlossen. Die Verputzung an den Wänden grob und unregelmäßig. Dieser Raum war besonders klamm, weil keine Heizung vorhanden war. Aus Kostengründen hatte man beim Einbau der Zentralheizung auf verzichtet, einen Heizkörper anzubringen, obwohl die Möglichkeit dafür vorhanden war. Die Vermieterin ließ aber dankenswert im November einen anbringen, nachdem sie uns gefragt hatte, ob wir einen wollten. Nun folgen Bilder vom Zustand des Zimmers vor unserem Einzug:

Diese drei Bilder sprechen für sich selbst.

Die Fensterrahmen schwarz, jedoch hatte man den versprochenen Heizkörper im November noch installieren lassen. und das haben sie auch gemacht. Dort wo die Wand weiß und sauber ist, hatte ich bereits Tapeten angebracht.

ZnR: Zuerst strich ich auch diese Decke weiß. Bei den Wänden blieb mir nichts anderes übrig, als erst einmal an allen eine weiße Tapete anzubringen, um eine glatte, ebene Fläche zu erhalten, die ich später noch anstrich. Dann entfernte ich den häßlichen Bodenbelag – warf ihn aus dem Fenster in den Vorgarten und entsorgte ihn, wie so vieles, auf eigene Kosten. Ich entfernte die hochragenden Scharniere von der Klappe (die auch von uns entsorgt wurde), legte Isoliermaterial in den Zwischenraum, das auch die Geräusche der Heizung, die sich darunter befand, etwas dämpfen sollten und legte das gesamte Zimmer mit Laminatboden samt Unterlage aus. Für dieses Zimmer, das unser Wohnzimmer werden sollte, hatte ich mir ein warmes braun-rötliches Laminat ausgesucht. Es war etwas teuer, machte den Raum aber sehr gemütlich. Für eine Wand dachte ich mir etwas Besonderes aus. Weil mir Holzfachhäuser immer schon gefallen hatten, wollte ich in diesem Haus wenigsten eine Wand in diesem Stil haben. Ich kaufte Holzlatten, schnitt sie zu und befestigte sie an der Wand – siehe Bild!

Die zwei Aquarellbilder stammen vom Onkel meines Mannes – Bruder meiner Schwiegermutter -, ein Regensburger, der lange Jahre in Dillingen a. d. Donau, am Gymnasium Professor für Kunst und Kunstgeschichte lehrte. Beliebt bei allen seinen Schülern und bekannt für seine Bilder, die in Ausstellungen gezeigt wurden, bekam ein Weg in Dillingen, in Würdigung seiner Leistungen, seinen Namen: Karl Wellano.
Siehe Internet.

Weil ich vermutete, daß man in diesem Zimmer auch einen Anschluß an den Kamin bekommen kann, machte ich an einer Stelle, wo ich ihn vermutete eine kleine Probebohrung. Und siehe da, ich wurde fündig. Ich hatte bei der ersten Hausbesichtigung die Vermieter gefragte, ob wir in diesem Zimmer unseren schwedischen schmiedeeisernen Kaminofen dort anschließen dürften, aber das lehnten sie ab. Darüber setzte ich mich dieses Mal hinweg, weil es keinen vernünftigen Grund dafür gab. Ich rief also den zuständigen Bezirkskaminkehrmeister an und bat ihn sich die Sache anzusehen. Als dieser überaus nette Mann, der gern Späßchen machte, zum ausgemachten Termin erschien und sich die Sache ansah, fand er keinen Grund, es nicht zu tun. Er holte sofort sein Werkzeug aus dem Auto. Mit mächtigem Getöse bohrte er an der von mir gekennzeichneten Stelle und traf genau auf den inneren Kaminschacht, den er dann durchbohrte. Fachmännisch setzte er die doppelwandige Buchse ein und verdichtete sie. Nun war alles getan, um unseren Ofen daran anzuschließen. Dankend verabschiedeten wir den netten Herrn, der uns außerdem für seine Arbeit einen fairen Preis gemacht hatte. Gleich am nächsten Tag legten wir die mitgebrachte Messingplatte auf die vorgesehene Stelle und schlossen den Ofen an.

Uns so sah das fertige Wohnzimmereck schließlich aus. Aus der Abstellkammer wurde ein wohnlicher Raum!

Natürlich wurde auch gleich ein Feuer darin entzündet, schließlich wollten wir wissen, ob er auch in diesem Haus so gut funktionierte, wie in der zurück gelassenen Wohnung. Und das tat er. Bis aber das Zimmer endlich deutlich wärmer wurde, dauerte es über 2 Wochen, weil sämtliche Wände doch ziemlich ausgekühlt und feucht waren. Bis in das Frühjahr heizte Josef ihn nun täglich an jedem kühlen Tag an.

Grundriß 1. Stock.

1. Treppe; 2. Oberer Flur; 3, Balkon, 4. Hildegards Schlafzimmer, 5. Hildegards Arbeitszimmer, 6 Vorraum, bzw. Durchgangszimmer, 7. Josefs Schlafzimmer

Zustand beim Einzug – Abkürzung – ZbE. Zustand nach Renovierung – Abkürzung – ZnR.

Zu 1. Treppe zum Dachboden.

Dachbodentreppen, die mit einer Falltür zu schließen war.
Die Falltür war schwer und die ‘Treppenstufen schmal.

ZbE. Eine steile Holztreppe mit abgetretenen Kanten, so daß man sehr aufpassen mußte beim Heruntersteigen nicht abzurutschen. Die Fensterlaibung des Fensters, das sich in halber Höhe zum Aufgang befand, war schwarz von ehemaligem Schimmelpilzbefall.

Beim rechten Bild sieht man, wie sich der Pilz buchstäblich in die Fensterfugen gefressen haben.

ZnR. Ich habe die Seitenteile der Treppen gestrichen, die einzelnen Trittflächen der Stufen mit einer verschraubten Neuauflage Laminat und einer Abschlußschiene sicherer gemacht und die Fensterlaibung frisch gestrichen.

Zu 2. ZbE Der Flur! Die rechte Seite war mit Holz verkleidet. Der Boden mit Fliesen belegt.

Vordere und hintere Seite des Flurs in 1. Stock. v
Rechts Bild: Am Ende des Flurs standen zwei gleiche Schränke neben einander, die zusammen die ganze Breite des Flur ausfüllte. Sie waren unser Segen für die ersten Wochen, nach dem Umzug, denn darin konnten wir Kleidung zu verstauen, bis ich unsere Schränke alle aufgebaut hatte. Das dauerte seine Zeit, denn wegen der engen Treppe mußten viele Möbelstücke zerlegt werden.

ZnR. Ich gab der seitlichen Holzwand einen frischen Anstrich und auf die Fliesen kam ein wohnlicher Laminatboden.

Zu 3. Der Balkon! Diesen ließ ich, wie er war.

Zu 4.: Mein Schlafzimmer!
ZbE Alle Wände verkleidet mit Holz.

Fenster und ein Eck von der Balkontür. Blick vom künftigen Schlafzimmer ins Vorzimmer.

Wie man sieht, ist alles voller Holzwände. Ich kann mir vorstellen, daß die Wände, als die Provielbretter neu angebracht worden waren, auch hell, warm und freundlich aussahen. Aber jetzt kamen ich mir vor, als befände ich mich in einer älteren Almhütte. Aber in meiner Vorstellung wußte ich genau, was Tapeten und Farbe bewirken konnten, schließlich war das bereits die 8. Wohnung, die ich während meiner knapp 50 jährigen Ehe einrichtete.

Das Zimmer hatte drei Türen und ein Fenster. Auf dem Boden ein alter Teppichbelag, der an einer Stelle Risse hatte. An Fenster und Balkontür zurück gelassene Vorhänge samt Befestigung.

Als ich mir 4. und 5. Zimmer angesehen hatte, war mir gleich klar, daß 4. mein Schlafzimmer werden würde und 5. mein Arbeitszimmer. Manch einen hätte diese Anordnung der Zimmer gestört, weil sie unpraktisch waren und auch sicherlich dazu geführt hatten, daß unsere Vermieterin so schnell keine Mieter für das Haus gefunden hatten, aber mich störte es nicht. Wir waren ja nur zu zweit und konnten etwas Platz verschwenden. Und ich nahm 4. als Schlafzimmer, weil ich nicht gern in einem schlief, das zwei Außenseiten hatte. Auch würde ich in 5., das mein Arbeitszimmer wurde, ungestört meinen schriftstellerischen Arbeiten nachgehen können.

ZnR. Zuerst bekam die Decke einen Verschönerungsanstrich. Die linke Holzwand strich ich sonnengelb an und die rechte tapezierte ich mit einer Raufasertapete, um ihr den Anschein einer verputzten Wand zu geben. Auf den abgenutzten Teppich, den ich als Unterlage benutze, verlegte ich wie schon im Erdgeschoß aus Kostengründen mit dem billigsten Laminat.

Linkes Bild: Wie man darauf sehen kann, war die einzige Möglichkeit in diesen Zimmer mein Bett neben den Heizkörper zu stellen, denn die einzige freie Wand darin brauchte ich für meinen Schrank und zwei Regale. Das war aber nicht schlimm, denn wenn’s kalt war, wärmte sie mich.
Die weiße Kassettendecke sah vergraut und fad aus, also überlegte ich mir, wie ich sie verschönern konnte. Sie wieder nur weiß überzustreichen kam nicht in Frage, denn der Erfolg wäre nur ein geringer gewesen. Und dann kam mir die Idee, zuerst die schmalen, vertieften Zwischenräume gelb anzumalen, was ich auch tat. Und dann überstrich ich mit dem Farbroller den Rest mit weißem Lack.
Die Wirkung war erstaunlich, die Decke sah jetzt richtig edel aus.
Mittlers Bild: Fenster und Balkontüre nach neuem Abstrich. Der schwarze Fleck war mein Fernseher! Um ihn in meinem Zimmer anschließen zu können, mußten Josef und ich vom Dachboden aus ein Loch durch den Boden bohren, um von dort ein Antennenkabel hinunter zu legen. So eines war nämlich nur in den Vorzimmer vorhanden.
Rechtes Bild: Der neue Laminatboden!

Zu 5. Mein künftiges Arbeitszimmer. ZbE Alle Wände mit Profilholz verkleidet. Die Decke dunkelgrün gestrichen, das wirkte in dem kleinen Zimmer drückend. Auf dem Boden abgenutzter Teppichbelag. Leider keine Bilder davon.

Der Übergang vom meinem Schlafzimmer ins Arbeitszimmer.
Der Heizkörper auch hier ungünstig angebracht, so daß ich dort kein Regal aufstellen konnte.
Die Campingtoilette habe ich schließlich angeschafft, als es mir zu beschwerlich wurde in der Nacht die Treppe nach unten zur Toilette zu benützen, denn im 1. Stock gab es weder Waschmöglichkeit noch eine Toilette!

Übrigens: In den meisten Zimmern gab es zu wenig Steckdosen, so daß mit vielen Stromverteilern gearbeitet werden mußte.

ZnR. Die Decke strich ich weiß. Die fleckigen Wände bekamen einen hellgelben Anstrich und auf den Teppichboden legte ich, wie in den meisten Zimmern, das billigste Laminat.

Zu 6. Zimmer. ZbE. DAs Durchgangszimmer.

Linkes Bild: Im Vorzimmer, die Tür führt zum Gang. Nur von hier aus kam man in die weiteren 3 Zimmer. Am Boden alter Teppichbelag, bis auf die Stelle um den Kachelofen, die mit den dunkelroten Steinfliesen belegt waren.
In diesem Zimmer waren lediglich zwei Wände mit Holz verkleidet.
An der Decke vor meiner Schlafzimmertür verliefen Kabel, die ich verkleidete. Sieh Bild weiter unten!

In diesem Zimmer waren lediglich zwei Wände mit Holz verkleidet.

Das renovierte Vorzimmer!
Die Decke frisch gestrichen, ein neuer Bodenbelag und sämtliche Fenster innen und außen in freundlichem hellbraun gestrichen.
Ausschließlich durch diesen Raum konnten die anderen 3 Zimmer betreten werden. Links der Zugang zu Josefs Schlafzimmer.
Der Kachelofen, der sehr nützlich war, wenn es draußen besonders kalt war!
Links die Tür zum meinem Schlafzimmer und weiter zu meinem Arbeitszimmer.
Hier erkennt man auch die renovierte Stelle über meiner Eingangstür.
Die andere Türführte in Josefs Zimmer.

ZnR. Wie immer fing ich auch hier an die Decke zu verschönern und bearbeitete sie wie die in meinem Zimmer Die beiden Wände strich ich hellgelb. Die übrigen mit weißer Wandfarbe.

Zu 7. Josefs Schlafzimmer.

ZbE An der Decke quadratische, ehemals weiße, jetzt ergraute Dekorplatten aus Styropor, von denen sich einige an den Eckkanten gelöst hatten. Drei Wände holzverkleidet, am Boden Teppichbelag.
ZnR. Also habe ich erst einmal die lockeren Stellen von den Deckenplatten wieder befestigt und dann neu weiß angestrichen. Die Wände hier bekamen alle einen weißen Anstrich, das machte das Nordzimmer gleich heller und freundlicher. Mit dem Boden verfuhr ich wie bei den meisten Zimmern.

Links: Vorgefundenes Zimmer, dazu noch die zurück gelassenen Vorhänge, die Fensterrahmen schwarz.
Rechts: Das renovierte Zimmer ausgestattet mit neuen bunten Vorhängen.
Zuerst hatte Josef dort noch seinen Fernseher, dessen Anschluß auch noch vom Dachboden herunter geleitet werden mußte.

Grundriß Dachboden!

Zustand beim Einzug – Abkürzung – ZbE. Zustand nach Renovierung – Abkürzung – ZnR.

Zu 2. Die Treppe ist bereits beschrieben! Siehe 1. Stock – Treppe zum Dachboden.

Zu 1. ZbE. Der Dachboden! Den Zustand schildern am besten die noch folgenden Bilder, denn mit wenigen Worten ist er nicht zu beschreiben.

Ungeschützte Bodenlucke, die Bodenbretter mit leichtem Schimmelbefall!
Beginn des Nordgiebels mit Isolierung und Verkleidung.
Blick von der Treppe aus, rechts ist die Südwand.
Die Stelle um den Kaminschacht herum.
Bild links: Die Nordseite ist fertig isoliert!
Bild i, d, Mitte: Hinterer Teil, Nordseite. Die gelbe Matte ist Isolierungsmaterial, das ich für die beiden Stirnseiten verwendet habe!
Bild links: Rechte Dachseite, von der Treppe aus gesehen.

Zurückgelassen wurden 5 verschieden große Schränke und ein Sofa. Diese Sofa war alt, sehr schwer und völlig verschmutzt. Ich nehme an, daß der große Hund des Hauses immer wieder mal darauf gelegen hatte. Rechts und links unter den Dachschrägen lagen Holzreste, Dachziegel und ein Packen der rechteckigen Kassettenplatten, wie sie im 1. Stock in Zimmer 4 und 6 an der Decke verwendet worden waren.

ZnR. Im Winter 2012 – 2013 entsorgte ich erst einmal 3 von 5 Schränken, weil niemand sie mehr brauchte. Ich zerlegte einen nach dem anderen in ihre Einzelteile und warf die Teile aus dem Fenster, weil es für uns ältere Leute viel zu mühsam gewesen wäre sie durchs Haus zu transportieren. Später luden Josef und ich sie auf unseren Anhänger und entsorgten sie auf unsere Kosten. Dann war das Sofa dran. Das gestaltete sich schwieriger! Es war zu groß, als daß man es durchs Haus oder ohne zu zerlegen aus dem Fenster werfen konnte. Weil Rücken- und Sitzfläche fest verbunden waren, durchtrennte ich mit einem Messer den Stoff an der Stelle, wo die beiden Teile verbunden waren. Bereits beim ersten Schnitt stieg aus dem Polstermaterial eine übel riechende Duftwolke heraus, an die ich mich erst einmal gewöhnen mußte. Es war scheußlich! Ich schnitt und trennte so lange, bis ich an die Mechanik heran kam. Schweres und daher stabiles Eisengestell, befestigt mit entsprechenden Schrauben. Aber schließlich war das Sofa doch in seine Einzelteile zerlegt und konnte nun auch den Weg durch das Fenster machen. Und wieder mal Entsorgung auf unsere Kosten!
Im zweiten Winter schleppten Josef und ich einige Pflanzen in ihren Töpfen hinauf, um sie vor Frost zu schützen. Das war aber eine gänzlich unnötige Mühe gewesen, weil der Frost bis in den nicht isolierten Raum drang. Das erklärte auch, warum die darunter liegenden Räume schlecht warm zu kriegen war. So entschloß ich mich 2 Jahre später im Herbst weitere Renovierungsarbeiten vorzunehmen. Zuerst machte ich mich daran, den Fußbodenbelag zu vervollständigen. Dazu mußte ich aber erst die ursprünglich angebrachten 4 m langen Bretter in der Mitte durchschneiden, sonst hätte ich sie nicht aus dem Fenster werfen können. Entsorgt wurden sie mit Feuer in einer Eisentonne, nachdem ich meinen Nachbarn Dirk befragt hatte, der bei der Freiwilligen Feuerwehr war, ob das in Ordnung geht und er es bejahte. Weil knapp 2/3 des Holzbodens von dem geschiedenen Mann unserer Vermieterin bereits vor Jahren die ursprünglichen Bretter entfernt wurden und durch Dielenbretter ersetzt hatte, machte ich in diesem Stil weiter. Ich reinigte den freigelegten Platz, auf dem der Schmutz von Jahrzehnten lag. Josef kaufte inzwischen neue Dielenbretter, die ich dann verlegte. Aber ein wirklich schönes Bild ergab das nicht! Darum belegte ich den gesamten Dachboden noch mit Laminatunterlagen und dann das Laminat, das ich kreuzweise zu den Dielenbrettern anordnete. Nun störte mich nur noch die offene, ungeschützte Luke. Mir wurde immer schwindlig, wenn ich zu nahe kam. Ein unbedachter Fehltritt und man würde hinunter stürzen. So kaufte ich vierkantige Balken 5 x 5 cm, befestigte eine Doppelreihe im Abstand von 10 cm mit Winkeleisen am Boden, verband sie oberhalb und schraubte ringsum Profilbretter an, so daß eine halbhohe stabile Holzwand entstand.
Dann machte ich mich an die Isolierung des gesamten Dachbodens.

Linkes Bild: Angefangen habe ich mit den beiden Stirnseiten. Ich kaufte 10 cm dicke Isolierrollen und Matten , befestigte sie zwischen den Holzsparren und auf diese schraubte ich an der Nordwand die vorhandenen Kassettenplatten, die glücklicherweise dafür ausreichten.
REchtes Bild: Die Isolierung der Dachschräge schreitet fort. Am Boden sieht man die neuen Dielenbretter auf die ich später noch Laminat verlegte! Das waren für den gesamten Dachboden ca. 60 qm.

Die Südseite bekam dieselbe Isolierung, doch für die Verschalung kaufte ich weiß lackierte Profilbretter, damit ein ähnliches Bild entstand wie das Gegenüber. Das war nicht einfach zu machen, weil ich dafür über die Bodenluke Bretter legen mußte und eine Leiter drauf stellte, um bis zum Dachfirst zu kommen. Die sehr hinderliche Bodenklappe hatte ich allerdings inzwischen entfernt, so daß wir den Dachboden betreten konnten, ohne daß wir die Klappe immer auf-und zumachen mußten.

Störend empfand ich nun noch bei den Längsseiten, wo die Dachsparren von oben nach unten verjüngend verliefen. Dort, wo die Balken auf der Hausmauer auflagen, konnte noch Zugluft hereinströmen. Wieder kaufte ich lange Vierkanthölzer, die ich auf 70 cm abschnitt und am oberen Ende dem Winkel der Dachsparren anpaßte. Diese schraubte ich am Boden auch mit Eisenwinkeln fest und oben direkt an die Balken. Dahinter kamen nun ebenfalls von vorn bis hinten die 10 cm dicken Isolierrollen. An die Vierkanthölzer schraubte ich noch Profilbretter, so daß eine niedrige Holzwand entstand, die den Raum zwar etwas verkleinerte, aber auch wohnlicher aussehen ließ. Nun war nur noch das Dach von innen zu isolieren. Ich überlegte mir lange, wie ich das am Besten anfangen sollte. Es sollte so einfach und effektiv wie möglich sein und doch gut aussehen. Dann kam mir eine Idee, die ein Fachmann wohl nicht gemacht hätte. Aber man muß bedenken, daß ich inzwischen eine „Frau“ von 68 Jahren war und die Sache nicht unnötig komplizieren konnte. Zuerst strich ich sämtliche oberen Dachsparren mit brauner Holzschutzfarbe an, denn die waren von unterschiedlicher Machart und Farbe. Auf den freiliegenden Sparren lag der Staub von Jahrzehnten, den ich vor dem Streichen noch abgewaschen habe. Danach hatte der Dachboden bereits ein schöneres Gesicht. Dann kaufte ich Styroporplatten 100 x 50 x 8 cm und dazu Raufasertapeten. Die Styroporplatten schnitt ich passend auf die jeweilige Breite der Zwischenräume zu – sie variierten zwischen 80 und 100 cm, manchmal noch etwas mehr – und tapezierte jede. Der Grund für diese Maßnahme lag darin, daß ich aus Erfahrung wußte, daß keine Dellen im Styropor zurück bleiben, wenn man dann dagegen stößt, denn die Tapete zieht sie wieder heraus. Befestigt habe ich sie mit jeweils zwei 10 cm langen Holzschrauben, die sich in die Holzbretter schrauben ließen. Mit gefiel das Ergebnis – weiß und dunkelbraun – ein schöner Kontrast. Für die übrigen Balken suchte ich im Internet, weil ich in Cham nicht fündig wurde, feste Tapeten mit Holzfaserstruktur – Kosten pro Rolle 8,50 Euro. Mit diesen ummantelte ich, bestrichen mit Leim alle übrigen waage- und senkrechten Balken. Damit waren diese Arbeiten abgeschlossen an der ich täglich und 4 Monate lang brauchte, Aber ich hatte einen Raum geschaffen, der wohnlich aussah und in den im kommenden Winter der Frost nicht mehr hinein drang. Selbst bei größter Kälte, wenn nicht geheizt wurde, fiel das Thermometer nicht unter 12 Grad und das kam auch den darunter liegenden Räumen zu gute.

Und so sah ein Teil vom Endergebnis aus! Die beiden noch vorhandenen Schränke stelle ich Rücken an Rücken, um keine Platz zu verschwenden.

An einigen Stellen bastelte ich Holzrahmen, bespannte sie japanischem Papier und erhielt so einzeln abgetrennte Abteile. Eines davon wurde die Fernsehecke für Josef, für denn sein Fernseher hatte kaum Platz in seinem Schlafzimmer, in das wir übrigens eigens vom Dachboden aus das Kabel verlegten.

Und das ist sie! Hier sieht man auch unterhalb der Dachschräge die Wand, die ich mit Stützbalken und Profielbretter eingebaut hatte und tapezierte.

Der Vorbau!

Links der Vorbau vor der Renovierung – rechts danach!

Auf diesem Bild erkennt man, daß ich alle Fenster auch von außen, einschließlich der Umrandung an der Mauer neu gestrichen habe. Die Kosten für den äußeren Anstrich hätte eigentlich die Vermieterin lt. Mietvertrag zahlen müssen, aber ich habe es unterlassen, die Vermieterin danach zu fragen, weil ich es für aussichtslos hielt und selbst hatten sie es nicht angeboten. An der Eingangstüre erkennt man auch zwei übereinander liegende Metallschienen, die die Bißspuren ihres Hundes verdeckten. Und nicht einmal die waren von gleicher Art.

Für die Renovierung der schwere Eingangstüre hängten Josef und ich aus und legten sie vor dem Haus auf zwei Böcke. Ich entfernte die Metallleisten, schleifte die gesamte Außenseite ab, verspachtelte die schadhaften Stellen, schleifte wiederum und strich sie dann 2 mal mit Holzschutzlack.

Auch dem Innenraum des Vorbaus gab ich einen weißen Anstrich, denn alles darin war fleckig. Über den abgenutzte Holzboden kaufte und legte ich dann einen neuen Linoleumbelag.
Die Türchen des zweiteilige Kasten, – links auf dem Bild – den sie zurückgelassen hatten, war waren so von Feuchtigkeit aufgequollen, daß sie sich aufbogen und nicht mehr schließen ließen. Ich stellte ihn so um, daß er trocknen konnte, dann schleifte ihn Josef ab und gab ihm einen neuen Anstrich mit Klarlack.

Der Keller!

In die beiden Kellerräume kam man nur von außen über eine Metalltreppe, die im Winter manchmal vereist und dann höchst gefährlich war. Im vorderen, ein in zwei Hälfen geteilter Raum mit Gewölbe, war ziemlich viel Gerümpel zurück gelassen worden. Die 3 folgenden Bilder! sprechen Bände!

Zu dem folgenden Bild – links – erklärte uns der Mann der Vermieterin, daß er manchmal naß würde, aber auch wieder abtrocknet. Eines Tages war er so voller Wasser, daß die Kinderwanne darin herum schwamm. Auch kann man auf diesem Bild zurückgelassene alte hölzerne Treppenwangen sehen.

Zu Bild rechts: Das Wasser im Keller, wurde aus einem daumengroßen Loch aus der Leitung im Bad hinter dieser Wand – Bild links – gepreßt, suchte sich durch den Fußboden einen Weg und tropfte dann in den Keller! Sicherlich, daß Wasser verlief und verdunste wieder, kam aber auch immer wieder, bis schließlich die Ursache dafür ans Licht kam.

Als wir der Vermieterin den nassen Fleck in der Küche schriftlich meldeten und den Zusammenhang damit schilderten, schrieb sie uns folgenden Brief:

Sehr geehrte Familie Fischer.
Auf Grund Ihres Schreibens, in dem Sie erstmalig einen Wasserschaden erwähnt haben, hat die Firma XXX in Traitsching von uns den Auftrag erhalten, den Schaden zu beheben.
Mit freundlichen Grüßen – I. Schweiger-Jäger – H. Jäger.

Ich muß schon sagen, diese Leute hatten Nerven, denn die Beiden wußten ganz genau darüber Bescheid. Und nun tat die Vermieterin so, als wäre das völlig neu und unbekannt gewesen. Tatsache ist aber, daß diese Sache bereits lange vor sich gegangen sein mußte, denn von der Decke in diesem Keller hatte das Wasser bereits den Putz abgelöst.

ZnR. Sämtliches Gerümpel darin haben wir auf unsere Kosten entsorgt. Und als er endlich trocken war, eine Zeitlang als Unterkunft im Winter für unsere Hühner genutzt.

Im zweiten Kellerraum, in dem sich die Zentralheizung samt 2 Öltanks befand, hatte man folgendes zurück gelassen: Eine alte Gefriertruhe, mehrere Regale, auf denen viele Sachen, wie z. B. Einmachgläser, eine Hochdruckpumpe und zwei Wasserpumpen. Leider hat mein Mann von diesem Raum keine Aufnahme gemacht, um meine Behauptung jetzt zu beweisen. Aber einiges davon blieb wieder zurück, als wir auszogen, denn diesen Raum haben wir nicht entrümpelt.

Gerade fällte mir noch ein, daß es am Dachboden, um den Kamin herum, an drei Stellen, bei Regen immer hereintropfte, so daß ich Gefäße aufstellen mußte, damit das neue Laminat nicht aufquoll. Und im Frühjahr, wenn es draußen wärmer wurde krochen hunderte von Insekten (Fliegen, Wanzen, Marienkäfer, Florfliegen usw.) die sich im Herbst in den Wänden der beiden Giebelseiten versteckt hatten hinein, krochen dann über die Scheiben und am Boden herum und mußten tagelang immer wieder entfernt werden. War nicht so schön, aber beschwert habe ich mich nie bei meiner Vermieterin, denn das hätte eh nichts gebracht. Aber nach allen meinen Maßnahmen, das Haus so zu renovieren, daß es wohnlicher wurde, frage ich mich: Für was hat unsere Vermieterin eine Kaution von uns verfangt???!!!

Fortsetzung 2010 – 2020 Mieter contra Vermieter – 2

Der Garten und die sich darin befindlichen Gebäude: Doppelgarage, Gartenhäuschen, Schuppen und Pavillon!

Copyright by Hildegard Fischer.

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