Tagesberichte von 2002.

Vorwort.

Seit ca. zwei Jahren (also ab 2000) habe ich meine eigenen Internetseiten. Aber seit ungefähr fünf Monaten bin ich nicht mehr dazugekommen, sie weiterzuführen und/oder auszubauen. Und da frage ich mich in stiller Stunde schon einmal, warum das so ist.
Nun gut, den ganzen November und Dezember 2001 hielt mich eine hartnäckige Erkältung in ihren Fängen (ich hätte als über 50jährige halt doch nicht mehr so leicht bekleidet Ende Oktober Rollerbladern sollen). Aber ich tat es nun einmal und so gingen mir diese Wochen für Arbeiten verloren. Die hätte ich eigentlich dafür verwenden wollen, mir notwendige Garderobe zu schneidern, nachdem mein lieber Gatte und ich, es uns momentan nicht leisten können, welche zu kaufen. Als ich endlich damit beginnen konnte, verschob sich die Schneiderei bis ins Frühjahr hinein und … ist auch längst noch nicht fertig. (Sie hat sich zeitweise tatsächlich schwieriger gestaltet, als ich es mir vorgestellt hatte – bin ja schließlich nur eine Hobbyschneiderin.)
Und als es dann draußen etwas schöner und wärmer wurde, hat es mich – wie jedes Jahr – magisch in den Garten gezogen, der mir beeinflussend mitteilte: Richte mich her und pflege mich!
Dem kann ich mich nie entziehen! Und er dankt mir all meine Mühe mit Blüten in Hülle und Fülle, so daß mir das Herz bei seinem Anblick aufgeht.
Nun ist diese Arbeit erst einmal erledigt und ich mache mich weiter an meine Näharbeit.
Und um eine Kontrolle zu haben, mit was ich meine Zeit und damit meine Tage verbringe, kam ich auf die Idee mit den Tagesberichten. Ich finde es nämlich erstaunlich, wie wenig ich manchmal in 24 Stunden schaffe.
Glaube ich zumeist – vielleicht zeigen mir meine Berichte ja ein anders Ergebnis.

09. April 2002

Verhältnismäßig lange geschlafen – bis ca. 1/2 10 Uhr. Draußen ist ein herrlicher Tag – Sonnenschein und kleine weiße Wölkchen – nur wieder ziemlich kalt. Zwei Grad plus lese ich auf meinem Thermometer, das draußen auf meinem Fensterbrett liegt, ab. Ich schüttle mich ob dieser Frische und verziehe mich zum Frühstücken wie üblich mit Müsli und zur “Erbauung” mit einem Micky-Maus-Heft ins Bett. Eine halbe Stunde später dann waschen und anziehen. . Danach die unbeliebte aber notwendige Prozedur des Wohnungaufräumens und Saubermachens.
(Es gab Zeiten, da habe ich es oft tagelang nicht getan. Da war ich so schwach oder unlustig, daß mir übel wurde, wenn ich nur daran dachte, das zu tun. Ich habe es dann lieber gelassen.)
Erstaunlich ist, dass, wenn man sich bemüht es regelmäßig jeden Tag zu tun, es gar nicht mehr so viel Zeit in Anspruch nimmt.
Ein Blick auf die Uhr – es ist 11. Bevor ich mich an meine Nähmaschine setzte, schnell noch einige Kniebeugen und Liegestützen auf dem Balkon. Gleichmäßig atmen ich im Rhythmus der Übungen durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus. Danach bin ich frisch und fit für drei Stunden Näharbeit.
Kurz nach 14 Uhr lege ich das angefangene Stück beiseite, das einmal eine Weste werden soll. Die passende Hose dazu habe ich schon vor Monaten genäht. Das Ganze sieht ein bisschen verrückt aus, weil der Stoff ein goldfarbener Waschkord (und eigentlich ein Möbelstoff) ist. Aber mir gefällt es super gut (und ich habe beides heute, das ist der 15.4.2020, immer noch) und meinem Liebsten auch! Punkt um!!!
Nun schnell eine Zwiebel und eine Karotte mit dem Elektromixer hacken, einpacken, anziehen und mit dem Roller die vier Kilometer zu meinem Mann fahren. (Auch wenn Sie, liebe Leser dieser Zeilen, jetzt neidisch werden, ich schreibe es doch: Er und ich habe seit sieben Jahren jeder eine eigene Wohnung. Diesen “Luxus” leisten wir uns, denn er erhält unsere Ehe nach über 30 Jahren erstaunlich gut.)
Ergänzung vom 15.4.2020: Ich wohnte damals in Sinzing bei Regensburg und Josef direkt neben der Wallfahrtskirche Mariaort bei Regensburg.
Nach Umrundung der letzten Kurve, sehe ich ihn, meinen grauhaarigen Goldschatz, in unserem Garten werkeln. Aber noch halte ich nicht bei ihm an. Ich kurve krachend über den Holzsteg der das Flüsschen (die Naab) überspannt, das an unserem Garten vorbeifließt. Mein Ziel ist ein Bauer (der lustigerweise auch „Bauer“ heißt), bei dem ich rasch noch einen großen Weißkrautkopf erstehe.
Ob mich mein Liebster wohl gesehen hat, denke ich auf dem Rückweg. Vor dem Haus stelle ich den Roller ab und gehe hinein. Nun schnell die Kartoffel waschen und schälen und dann auf den Herd damit. Während ich die weiteren Zutaten für unser verspätetes Mittagessen – Fleischpflanzerl und gedünstetes Weißkraut – herrichte, höre ich die Wohnungstüre. Und dann steckt mein Mann seinen Kopf zur Küchentüre herein. “Ich habe dich schon gesehen!”, sagt er. Ich grinse und erwidere: “Habe ich mir fast gedacht, auch wenn es nicht so ausgeschaut hat! Den Roller kann man auch kaum mehr überhören!” (Der Auspuff ist nicht mehr ganz dicht und dementsprechend laut.)
Ich bin eine schnelle Köchin und als die Kartoffeln gar sind, sind auch die Zutaten fertig. Gegessen wird im Garten, wo ein Pavillon, mit zwei Zwischenwänden, den frischen Ostwind von uns fernhält. Das Essen ist einfach, aber kööööstlich!!! Danach gibt es als Steigerung nur noch ein Schläfchen in der wärmenden Sonne. 1 1/2 Stunden später, die Sonne neigt sich schon nach Westen, fühlen wir uns kaum merklich erfrischt.
Eigentlich wollte ich ja jetzt wieder in meine eigene Wohnung zurückfahren, um noch etwas von der wartenden Arbeit zu erledigen, als mein Josef mir den Vorschlag macht, noch eine Runde mit den Inlineskater zu unternehmen. Trotz meiner Trägheit sage ich sofort zu. Das ist genau das Richtige, um wieder in Schwung zu kommen.
Gleich von meines Mannes Wohnung aus, führt eine kleine Straße zu einem 3,6 km entfernten Örtchen. An Wochentagen ist sie wenig befahren und deshalb ideal für zwei “Rolleroldies” wie er und ich. Zwischen dem Flüsschen, kleinen, bewaldeten Hügelketten und schon wieder ergrünenden Feldern zieht sich die noch warme, sonnenbeschienen Straße dahin und es ist ein Genuss auf ihr dahinzugleiten.
Einem jungen Mann, den wir passieren, entschlüpft ein erstauntes: “Respekt!”
Ich gestehe ehrlich: Das freut mich immer sehr, wenn wir so ein Lob gekommen.
Vierzig Minuten später kehren wir zu Josefs Wohnung zurück. Wir sind etwas außer Atem – ich habe mir leider wieder einmal eine kleine Blase an der Innenseite meines linken Fußes geholt – , und etwas verschwitzt, aber alle Müdigkeit ist von uns abgefallen. Nun drängt es mich endgültig in meine eigene Behausung. Josef ist zwar, wie immer etwas traurig, als ich mich von ihm verabschiede, aber manchmal habe ich den Eindruck, da ist etwas Theater dabei. Wie ich ist er meist ganz froh, wenn er wieder einige Stunden für sich alleine hat.
Zurück in meiner Wohnung, tue ich dann doch nichts Produktives mehr. Ich setzte mich vor meinen Computer und gönne mir einige Zeit mit dem Spiel “Freecell”. Um acht Uhr fahre ich ihn herunter und mache mich für die Nacht zurecht. Noch einige Stunden im Bett fernsehen und ich habe die notwendige Schwere zum Einschlafen. Damit ist dieser Tag gelaufen.

10. April 2002

Also wirklich, ich sehe schon, ich muß die Berichte kürzer halten, sonst bleibt mir wenig Zeit für meine anderen Aktivitäten. Allerdings habe ich heute noch etwas auf dem Herzen, das ich nicht mit wenigen Worten abhandeln will. Doch dazu später!
Bin zeitig aufgewacht (7:30). Trotz des bleigrauen Himmels drehe ich mich nicht noch einmal um, sondern bereite mir das Frühstück – Müsli, ein Stückchen Kuchen, Kaffee (2 Teile Caro, 1 Teil Pulverkaffee, ein gestrichener Esslöffel Zucker und 500 ml heißes Wasser.) Sie haben sich nicht verlesen, es sind wirklich 500 ml Wasser. Ich nehme für meinen Morgenkaffee immer einen 1/2 l Steinkrug – da geht wenigstens etwas rein. Die kleinen zierlichen Kaffeetäßchen, die kommen am Wochenende auf den Tisch, wenn ich mich mit meinem Schatz (Josef) zum Frühstück treffe.
Anschließend das übliche Aufräumen, eine Ladung Buntwäsche für die Waschmaschine ist fällig und danach trage ich meine Setzlinge auf den Balkon. Es ist draußen wirklich sehr trist und außerdem ziemlich frisch. 4 Grad sagt mir mein Thermometer.
8:30 Eigentlich sollte ich jetzt mit dem Nähen weitermachen – viel fehlt nicht mehr und die Weste wäre fertig, aber weil ich trotz der grauen Stimmung vor meinem Fenster ganz gut drauf bin, beschließe ich, die längst fällige Gestaltung für meine Internetseite anzufangen. Sie gelingt und weil mich das in eine gute Stimmung versetzt, wage ich mich an ein weiteres Problem – und das ist, was mir am Herzen liegt: 10:30 Der wieder einmal fällige Anruf bei der TELEKOM.
Folgender Umstand: Im Herbst 2001 kündigte mein Sohn per Fax bei der Telekom meine beiden Webzugänge, weil sich inzwischen die Möglichkeit für günstigere Zugänge ergeben hatte. Die Kündigung griff danach schnell und ohne Vorwarnung. Meine Webseiten konnten danach, wie zu erwarten, nicht mehr aufgerufen werden. Aber, aber …was ich nicht erwartete hatte, war, dass die Telekom heiter, weiter die Beträge für die beiden Webseiten einzog.
Um das richtig zu stellen, musste ich in den weiteren Wochen/Monaten viel Frust herunterschlucken. (Ich gab aber etwas davon gerechterweise an Telekommitarbeiter weiter.)
Mein erster Anruf wegen dieser Sache – bei dem ich bis zum Ende des Gespräches von einem Bearbeiter/in zur/m andere/n vermittelt wurde – brachte die Erkenntnis, dass die Kündigung nicht mehr auffindbar war. Ja… zum Himmel noch einmal, wieso hatte man dann die Zugänge überhaupt sperren können? Nun, das konnte man mir auch nicht erklären. Bei solchen fruchtlosen Gesprächen wird mir immer ganz flau im Magen und ich weiß dann manchmal nicht mehr richtig, wie ich argumentieren soll. Am liebsten würde ich dann mit bissigen Bemerkungen meinen Frust abbauen, aber darauf stehen manche Leute nicht so und reagieren bockig. Und so kommt man dann ja auch nicht weiter.
Nachdem die Angelegenheit drohte auf ein Abstellgleis zu geraten, fragte ich, wie es nun weiter gehen solle. Einer der Mitarbeiter der Telekom, der anscheinend einen höher entwickelten IQ als meine vorhergehenden Gesprächspartner hatte, machte schließlich einen akzeptablen Vorschlag und handelte eigenverantwortlich: Er notierte sich lt. meiner Angaben das Datum für die Kündigung, ca. 15.10.01. Ab diesem Zeitpunkt sollte Rückzahlung meiner Beiträge erfolgen.
Nun wartete ich darauf, dass das geschah. Und es geschah auch etwas: Wieder wurde mein Konto mit Beträgen für die beiden Domains belastet, deren Zugang längst erloschen war. Erbost griff ich wieder einmal zum Hörer. Ich riss mich dann aber zusammen und konnte mich mit einer netten, verständnisvollen Dame auf eine Regelung einigen. Sie würde mir ein Kündigungsformular schicken, das ich, mit entsprechenden Eintragungen versehen, zurücksenden sollte. Das wurde so dann auch erledigt. Das war am 30.12.01. Und wieder wartete ich darauf, dass ich nun endlich mein zu viel bezahltes Geld zurück bekäme. Doch was als nächstes kam, war eine neuerliche Rechnung. Als ich sie las, konnte ich nur noch frustrierte meinen Kopf schütteln. Aber trotzdem wollte ich das der besch… Telekom, bzw. deren Mitarbeiter nicht durchgehen lassen. Also wieder ein Anruf. Diesmal gleich bei der netten Dame, deren Dienstanschlussnummer ich mir hatte geben lassen. Sie war auch,, welch ein Wunder!!! sofort am Hörer. Als ich ihr die Lage schilderte, konnte sie sich erinnern: an mich und an eine Kollegin, die um Rat in dieser Sache bei ihr nachgefragt hatte. “Vergessen Sie dieser Rechnung!” sagte sie zu mir. “Die brauchen Sie nicht zu zahlen!” “Hätte ich auch nicht!” erwiderte ich. “Denn alle Beträge sind ja immer über Einzug erfolgt.”
Nach ein bisschen hin und her, hatte sie mich soweit überzeugt, dass nun alles seinen rechten Weg weiter gehen würde.
Schliesslich kam mit Post vom 06.03.02 auch endlich eine Gutschrift über 87,38 Euro. Ich freute mich, schien nun doch alles noch gut zu werden. Eine Woche später war zwar das Geld noch nicht auf dem Konto, dafür aber noch mal eine kleinere Gutschrift über 12,30 Euro. Ich gebe es lieber gleich zu: Überprüft habe ich die Gutschriften nicht – das schien mir überflüssig. (Und um ehrlich zu sein – ich hatte auch keine Lust dazu.)
Wieder eine weiter Woche später, war der kleinere der beiden Beträge aufs Konto überwiesen.
Na so was, dachte ich bei mir, ist die Telekom jetzt schon darauf angewiesen, durch Verzögerung Zinsen zu schinden. Wie auch immer, ich hatte keinen Bock darauf, schon wieder mit ihren Mitarbeitern in den “Ring” zu steigen und beschloss abzuwarten. Die Woche darauf wieder keine Überweisung. Ich war darüber nicht einmal mehr sauer! Ich war es inzwischen fast müde geworden, einen Gigantenapparat auf Touren zu bringen.
Aber heute, nach der gelungenen Installation meiner neuen Domain, fühlte ich mich so in Form, dass ich spontan zu einem wiederholten Anruf bei der T. beschloss. Zwar befürchtete ich im Stillen, die 0800 Nummer könnte mich mit einem Automaten verbinden, was ich von Herzen hasse, doch war das nicht der Fall. Ich wurde, Wunder über Wunder, mit einem richtigen Menschen verbunden. Diesem Mann erklärte ich zum wievielten ??? Mal mein Problem. Er rief sich daraufhin meine Daten auf seinen Schirm. Dann fing er an mir die Vorgänge zu schildern. Als ich ihn dabei aber unterbrach, weil er mir nur Bekanntes mitteilte und nicht zum Punkt kam, wurde er laut und forderte mich ziemlich energisch auf, ihm doch zuzuhören. Total verärgert sagte ich daraufhin zu ihm: “Ich weiß nicht, warum manche Männer immer gleich aggressiv werden, wenn sie nicht Recht bekommen? Aber gut, ich werde mich jetzt bemühen Ihnen zuzuhören, vielleicht bringt uns das doch weiter!”
Das Fazit seines bla, bla, bla war schließlich, dass die Gutschrift von 87,38 € sich für den Zeitraum vom 16.10.02 bis 28.02.02 erstreckt und dass davon erst die eine Rechnung, die ich bekommen, aber nicht bezahlt habe, abgezogen werden müsse, denn die sei darin enthalten. Uff … kann ich da nur sagen! Also noch einmal: Man hatte zu den Beträgen, die ich zu viel bezahlt hatte einen unbezahlten hinzugefügt und brauchte nun … wie viel Wochen/Monate … um diesen wieder abzuziehen und mir den Restbetrag zurückzuschicken. Nachdem er mir versichert hatte, dass das nun so erledigt werden würde, beendeten wir unser Gespräch. Ich fühlte mich danach wie betäubt und meine Geduld, Kraft und Nerven hatten sich etwas erschöpft.
Nach diesem “Kraftakt” stellte ich mich auf meinen Balkon und tankte frischen Sauerstoff. Dabei ging mir das Gespräch durch den Sinn. Ich versuchte nachzuvollziehen, wie das alles gelaufen war und zusammenhing.
Also, wenn die Gutschrift einen Zeitraum von 16.10.01 bis 28.02.02 umfasste, warum hatte man dann nur die Rechnung vom Februar berücksichtigt und keine vom Januar? Und warum umfasste die Zweite einen Zeitraum vom 12.02.02 bis 28.02.02 und ließ den vom 16.10.01 bis 11.02.02 unberücksichtigt? Das war doch alles ein riesiger Haufen Hühnerkacke, wenn Sie den Ausdruck gestatten!
An diesem Punkt angelangt, griff ich ergeben und auf nichts hoffend, noch einmal zum Hörer. Diesmal erwischte ich eine Person, die sich sogleich sehr höflich mit Vor- und Nachnamen vorstellte. Ich bat ihn, mich mit dem vorhergehenden Sprecher zu verbinden, aber er kannte ihn nicht einmal dem Namen nach. Die Erklärung dazu ergab, dass man bei der angewählten 0800 Nummer nicht nur mit unterschiedlichen Leuten, sondern sogar mit unterschiedlichen Orten verbunden wurde – wo eben gerade mal etwas frei war. Wie auch immer, ich erklärte dem netten, verständnisvollen Mann noch einmal voller Geduld die Situation und er bemühte sich ebenso geduldig, sie geistig zu erkennen und zu entwirren. Ob ihm das letztendlich wirklich gelungen ist… ich bin mir da nicht so sicher. Ich werde ihm vorsichtshalber ein Brieflein schicken, vielleicht geht dann endlich alles seinen richtigen Weg.
12 Uhr – Ich kann es kaum glauben, dass ich so lange mit “Telekom” telefoniert habe. Ich bin fix und alle und reif für mein Computerspiel “FreeCell”! Ich spiele es fast jeden Tag. Ich liebe es, denn es hilft mir mich zu entspannen und fördert meine Freude durch den Erfolg, den ich damit erziele. Mit etwas Grips kann man nämlich jedes Spiel gewinnen.
13 Uhr – Ich mache mir drei Wiener heiß und verzehre sie mitsamt einem selbstgebackener Brotfladen im Bett.
14 Uhr – Mittagsschläfen machen, draußen ist es eh so unerfreulich, das sich ein Besuch im Garten nicht lohnt.Den Rest des Nachmittags aufgeteilt zwischen FreeCell, Lesen und Fernsehen. Licht gelöscht um 24 Uhr.

Bericht ist leider wieder nicht kürzer geworden!

11. April 2002

7:30 – Aufgewacht, Frühstück im Bett: 2 Brote (Hirnwurst, Erdbeermarmelade), Kaffee. Das Wetter hat sich erstaunlicherweise wieder sehr gebessert. Na, da werde ich wohl am Nachmittag zu meinem Liebsten (= Josef) in den Garten.
8:15 – Anziehen, aufräumen, Geschirrspüler ausräumen.
9:10 – Weißwäsche in die Maschine, Buntwäsche aus Trockner herausnehmen, zusammenlegen und wegräumen.
9.30 – Starten des Computers, anfertigen eines neuen Hintergrundbildes für Stierfrau-Powerfrau, Internetseite komplettieren und ins Internet schicken.
9:50 – Anruf bei Christoph, Sohn # 2, an, dem ich das erfolgreiche Bemühen mitteile. Er bekommt selber gerade einen Anruf und sagt, dass er zurückruft. Kurz darauf tut er es auch. Er ist begeistert von der neuen Seite. Dann rufe ich meinen Josef an. Er schaut sich die Seite auf seinem Computer auch an und belabert mich dann ein wenig. Er nervt manchmal, wenn seine Begeisterung mit ihm durch geht. Verspreche ihm, am Nachmittag zu kommen.
10:20 – Korrektur des Vorwortes und des ersten Berichtes.
10:50 – Wäsche rasch aus der Waschmaschine, rein in den Trockner.
11 Uhr – Weiter mit dem Bericht für den 10.04.02
13.30 – Ich habe keine Lust mehr und mache für heute Schluss mit dem Schreiben. Ich packe etwas Essen (Wurst und Käse) ein, stecke meine Laufschuhe in den Beutel und mache mich mit dem Roller auf den Weg zum Josef. In seinem Wohnzimmer brennt im Kaminofen ein helles Feuer und wärmt den großen gemütlichen Raum. Wie angenehm bei dieser kalten Witterung draußen! Josef sieht etwas müde aus, schließt mich aber fest in seine Arme.
In Windeseile mache ich nun Pfannenkuchenteig – mein Liebster reicht mir dazu die Zutaten. Während ich den Ersten backe, reibt Josef Emmentaler-Käse. Die Wurst habe ich vorher schon in sehr dünne Scheiben geschnitten. Ach ja… und aus dem Garten frischen – lecker, lecker – Schnittlauch geholt. Die ersten vier Pfannenkuchen belege ich mit Wurst, Käse und Schnittlauch und rolle sie zusammen. Schmeckt wirklich gut! Zum Abrunden gibt es für jeden einen besonders dünnen, den ich mit Erdbeermarmelade bestreiche. Mit vollen Bauch sieht mein Liebster auch gleich wieder besser aus und ist zum Scherzen aufgelegt.
15 Uhr – Aufstellen der Liegen im Garten und dann das Ausstrecken darauf. Aaah, tut das gut! Schwer, warm und wohlig müde, entspanne ich alle meine Muskeln und falle kurz darauf in einen leichten Schlaf. Als ich endlich wieder aufstehe und ins Haus gehe, um mir einen Kaffee zu machen, stelle ich bei einem Blick auf die Uhr fest, dass es bereits 16:30 ist. Macht aber nichts, das Schlafen hat mir gut getan. Viel habe ich ja heute sowieso nicht mehr vor…
16:30 – Sämereien (Tagetes, Porree, Rettich, Radieschen, Sonnenblumen) ins Frühbeet. Bis die aufgehen, sind die Nächte nicht mehr so kalt – hoffe ich wenigstens. Anschließend die Gladiolenknollen eingraben, die liegen schon eine ganze Weile herum. Diese muss man relativ tief in die Erde tun, sonst fallen sie später um.
18:30 – Josef ist zu seinem Karatetrainig mit dem Fahrrad gefahren. Ich bewundere diesen 64-jährigen Mann, der mit soviel Elan seit über 4 Jahren diesen Sport ausübt. Leider kann er aber deswegen nicht mit zum Lauftraining, das ich heute noch absolvieren möchte. Aber nicht mehr so streng, wie die Woche vorher. Da hatte ich doch tatsächlich hinterher einen Schwächeanfall und erschreckte damit mein Sepperl sehr.
Ich nahm mir vor, es ganz locker angehen zu lassen. 7 mal 3 … das ist 7 Minuten gehen und 3 laufen. (Die Woche vorher hatte ich geplant 6 mal 4 und kam dann aber eher auf 5 mal 5. Und das bei sehr starkem Gegenwind beim Hinweg. [Nach genau 30 Minuten, lt. Stoppuhr, drehe ich wieder um] ).
Es ist immer wieder ein herrliches Gefühl, wenn ich – mit oder ohne meinen Mann – zum Walking-Training starte. Beginnend mit einem flotten Fußmarsch, der mich über die schon einmal erwähnte Holzbrücke bringt, führt mich mein Weg entlang der Donau, in die unser kleines Flüßchen (die Naab) mündet. Vorbei an Feldern, auf denen im Wandel der Jahreszeiten die unterschiedlichsten Gemüse wachsen, gehe und laufe ich im Wechsel und achte auf eine kontrollierte Atmung. Inzwischen komme ich nicht mehr so leicht außer Atem. Wenn ich zurückdenke an die Zeit vor drei Jahren, da kann ich nur staunen, welche Steigerung der Kondition ich – und auch mein Mann – erreicht haben. Angefangen haben wir mit 14 mal 1 Minute (Gesamtzeit 1 Stunde). Diese eine Minute zu laufen erschien uns damals wie eine Ewigkeit und wir hatten danach auch 3 Tage lang einen tüchtigen Muskelkater. Aber jetzt halten wir auch schon mal 8 – 10 Minuten durch, wenn wir einen guten Tag haben. Aber in unserem Alter – ich bin fast 56 und er 8 Jahre älter – soll man das nicht übertreiben.
Nach 30 Minuten kehre ich um und stelle beim Zurückkommen fest, dass ich auf dem Heimweg 30 Sekunden schneller war. Das freut mich, weil das seltener vorkommt. Ich bin sehr verschwitzt und ziehe die dicke Winterjacke an, denn auf meinem Weg zurück in meine eigene Wohnung zieht es immer noch sehr auf dem Roller.
20 Uhr – Zur Belohnung für all meine Bemühungen gönne ich mir noch “FreeCell”! (Für die, die es nicht wissen – das ist ein Solitär-Kartenspiel im Computer. Damals – das muß Version Word 5,5 gewesen sein – gab es 34 000 Variationen, die ich im Laufe der Jahre zweimal durchgespielt habe. Und davon waren vielleicht 5%, die sich nicht auflösen ließen.)
21:30 – Mal sehen was das Fernsehen noch anbietet. Ich mache mich für die Nacht zurecht und schlüpfe ins Bett. Der Fernseher steht in einem Abstand von 3 Metern davor und wenn mich die Müdigkeit überkommt, brauche ich ihn nur auszuknipsen.
0:30 – Es ist spät geworden. Zeit schluß zu machen!

12. April 2002

9:00 – Wache auf! Frühstück im Bett, lese dazu ein Micky-Maus-Heft.
10:00 – Jetzt aber raus aus den Federn – in meinem Fall unter der Baumwolldecke hervor. Flüchtiges Waschen, anziehen, aufräumen. Pflanzen auf den Balkon stellen; draußen hat es erstaunliche 10 Grad plus. Um 9 Uhr hat noch die Sonne geschienen, aber jetzt zieht sich der Himmel zu. Bin gespannt, ob es zum Regnen kommt – die Erde ist schon sehr ausgetrocknet.
11:00 – Starte den Computer, um an den Tagesberichten zu schreiben.
12:50 – Es reicht mir mit den Aufzeichnungen; Wäsche zusammenlegen, dann zu Josef fahren.
13:00 – Essen kochen: Makrele gebraten, Pellkartoffeln und holländische Soße.
14:00 – 1 1/2 Stunden im Garten ein Nickerchen.
15:30 – Frage Josef, ob er mir bei etwas hilft. Der wird gleich mürrisch, weil er glaubt, das würde ihn längere Zeit aufhalten, und ich daraufhin sauer. Immer sagt er zu mir, dass ich ihn nur zu fragen brauche, wenn er mir helfen soll, wenn es aber dann einmal so ist, knallt er mir ein “Nein” vor den vor den Latz. Schließlich überrede ich ihn doch und wir schleppen unter großen Mühen einen Bottich mit Wasserpflanzen in den Garten, der den Winter über in seinem Keller gestanden hatte. Ich stieg dann mit nackten Beinen in das Wasserbecken und fischte soviel vermodernde Blätter und Dreck heraus, wie ich zu fassen kriegte. Das Wasser ist eiskalt, aber nach einiger Zeit und zwischenzeitlichem Aufwärmen, empfinde ich es nicht mehr so stark. Ca. 1 Stunde lang mache ich das. Dann hebe ich die ersten der beiden Pflanzen(Papyrus) aus dem Bottich, befreie sie von Wildwuchs und befestige sie so am Zaun, das sie gerade unterhalb der Wasserlinie zu liegen kommt. Danach tue ich das selbe mit dem Zweiten. Meine bloßen Füsse spüren noch eine Menge Blätter am Grund. Mit beiden Händen tauche ich tief ein – das Wasser reicht fast bis zu den Achseln – und ergreife, was immer ich ertasten kann und befördere es nach draußen. Brrrr… das Wasser ist wirklich noch eisig – das merke ich jetzt an meinen Armen! Als nichts Nennenswertes mehr zu fassen ist, mache ich Schluss. Ich trockne meine Arme und Füsse ab und hüpfe im Garten ein wenig herum, um das Blut in meinen Gefäßen wieder in Schwung zu bringen. Dann ziehe ich mich an. Den nassen, halb verwesten Blätterhaufen, suche ich nach “Tierchen” ab. Libellenlarven und Wasserschnecken, die sich dazwischen verfangen haben, setzte ich behutsam ins Becken zurück. Leider habe ich den Gelbrandkäfer nicht erwischt, den hätte ich lieber außerhalb meines Beckens gesehen.
Es ist spät geworden. Liege und Gartengeräte aufräumen, ein Bussi für meinen Liebsten, dem ich noch einmal vorwerfe, daß sich sein Aufstand wegen des Pflanzenbottichs nun wirklich nicht gelohnt hat, und fahre dann mit dem Roller nach Hause.
19:30 – Ausspannen vor dem Computer mit meinem “FreeCell”!
21:30 – Krieche ins Bett und schalte den Fernseher ein.
0:40 – Schalte das Licht aus zum Schlafen.

13. April 2002

8:00 – Aufgestanden, geduscht, aufgeräumt, Frühstück gemacht mit frischem Kaffee usw., den Josef kommt auch.
9:00 – Josef trifft pünktlich mit frischen Semmeln und heißem Leberkäse ein.
10:00 – Fahren los zu verschiedenen Besorgungen: Beim Söldner ein Starterritzel kaufen für die Motorsäge, zum Flohmarkt im B..haus (ich will eigentlich kein Geld ausgeben, kaufe dann aber doch ein Jeans-Kleidchen für Chantal, unsere Enkelin, 1 Bluse, 1 uralten Fleischwolf und eine Juxtasse!)
10:30 – Nach den Flohmarkt zum Getränkemarkt, dann Metro.
13:00 – Der Einkauf ist beendet, fahren zu Josefs Wohnung. Während er das Auto ausräumt beginne ich zu kochen. Josef schält die Kartoffeln, ich den frischen Spargel, dazu gibt es Schweinemedaillon mit Buttersoße.
13:30 – Wir essen drinnen, das Wetter ist nicht besonders. Wir haben kaum angefangen, da klopft es. Ich öffne, draußen steht meine Schwiegertochter Conny mit Chantal. Sie wollten schon wieder gehen, weil die Tür zugesperrt war. Wir umarmen uns voller Freude und dann erzählt sie begeistert von ihrem 4-tägigen Ausflug nach Schwerin. (Dort wohnt meiner Schwiegertochter Oma und 2 Onkel.) Dann esse ich weiter, füttere meine Enkelin nebenbei mit Spargelspitzen und gebutterten Kartoffeln.
Conny bittet mich, der 1 ½ jährigen Chantal die Haare zu schneiden. Dazu bin ich natürlich bereit. Zuerst aber möchte ich noch zwei Kuchen backen, die während des Haarschneidens garen können. Zuerst mache ich einen Biskuitkuchen, der hat die kürzere Garzeit. Als ich mit dem Anrühren des Zweiten – einem Marmorkuchen – fertig bin, kann ich kurz darauf den Biskuit aus dem Ofen nehmen und den “Marmornen” hineinschieben.
Nun nimmt Conny ihre Kleine auf den Schoss und los geht es. Chantals Haare, die seit ihrer Geburt nur hin und wieder an der Stirn gekürzt wurden, ringeln sich lang von ihrem Hinterkopf. Über Monate hatte sich meine Schwiegertochter gesträubt, das zu ändern, aber jetzt möchte sie ihrer Tochter das “Geziepse” beim Kämmen nicht mehr zumuten. Auf meine Frage, wie viel ich schneiden sollte, antwortet sie: “Viel!” “Einen Bubikopf?” hake ich nach, was sie mit einem Nicken bestätigt. Locke um Locke trenne ich von Kopf meiner Enkelin. Sie ist sehr brav und hält immer sehr still, wenn ich es ihr sage. Am Ende meiner “Friseurtätigkeit” blickt uns mit pausbäckigem Gesicht eine kleine niedliche “Göre” an. Richtig pfiffig sieht sie jetzt aus!

Foto von Chantal einfügen

Ihre Mutter ist zufrieden und bedankt sich bei mir. Inzwischen ist Sohn Florian, ihr Mann – mein Sohn # 1 von seiner “Bootfahrt” zurück. Er hatte sich für sein Schlauchboot einen gebrauchten Außenborder gekauft und diesen ausprobiert. Seine Hände sind völlig mit Motoröl verschmiert und er klagt über Schmerzen. Kein Wunder, mußte er doch immer wieder mit ganzer Kraft das Starterkabel ziehen. Conny und ich machen Kaffee – Kuchen gibt es nicht, der ist noch zu heiß – und anschließend fährt sie kleine Familie wieder heim.
18:30 – Bin nicht zum Mittagsschlaf gekommen. Nun ist es Zeit selbst heimzufahren und mich auszuruhen. Zuvor nehme ich aber noch Braten und eingefrorene Soße aus der Gefriertruhe für den morgigen Tag.
19:00 – Zuhause: FreeCell meine tägliche Entspannung, dann Fernsehen und dazu etwas zum Essen.
24:00 – Licht aus, muß daran denken, am Morgen nicht zu verschlafen. Muß um ca. 7 Uhr aufstehen.

14. April 2002

7:00 – Bin bereits mehrmals aufgewacht, um ja nicht zu verschlafen. Um viertel nach 7 Uhr trenne ich mich endgültig von meinem Bett. Waschen, schminken und anziehen, dann mit dem Roller zu Josef. Komme 5 Minuten vor 8 Uhr bei ihm an. Alles noch dunkel. Mache trotzdem zuerst einen kleinen Rundgang durch den Garten, dann gehe ich ins Haus. In der Küche steht Josef mit nacktem Unterleib… sieht irgendwie unappetitlich aus. (Ich weiß, mein Lieber, dass Du das eventuell liest und wirst nun etwas schmollen. Aber macht nichts, das geht vorbei mein Hase!!!) Er hat, nach dem er mein Kommen bemerkt hat, nur schnell sein Schlafanzugoberteil übergezogen – er schläft nämlich immer ganz nackt – und füllt nun den Wassertopf für den Kaffee. Mit weiterem kritischen Blick sehe ich, daß er am gestrigen Tag nichts mehr in seiner Wohnung getan hat. Ich verliere kein Wort darüber, schüttle nur innerlich leicht verärgert den Kopf und helfe ihm beim Frühstückmachen. Gottseidank fängt er nicht wie sonst an, sich zu entschuldigen. Das nervt mich dann immer zusätzlich in solch einer Situation. Wenn es schon ist, wie es ist, wird es für mich auch nicht erträglicher, wenn man mir mit Ausreden kommt. Etwas später beim Frühstück sagte er: “Du bist ja heute so schweigsam!” Ich kontere nur: “Du ja auch!” Danach hebt sich unsere Stimmung und wir unterhalten uns.
9:00 – Zeit für den Kirchgang. Josef wollte heute zwar nicht, aber weil wir den Sonntag vorher nicht waren, möchte ich diesmal nicht schwänzen.
10:00 – Nach der Kirche bleibt mir dann nichts anderes übrig, als das Kommando zu übernehmen, denn unsere Buben mit Anhang sind zum Mittagessen eingeladen. Josef hatte mich ein paar Tage vorher zwar gefragt, ob wir auch seine Mutter dazu laden sollten, aber das habe ich abgelehnt. Für meine Schwiegermutter werde ich in der folgenden Woche sowieso ein großes Festessen veranstalten – es ist ihr 92ster Geburtstag – und da wollte ich mir drei Tage vorher nicht meine Nerven von ihr anknacksen lassen. Sie hat nämlich manchmal so eine penetrante Art herumzuschnüffeln oder peinliche, sie nichts angehende Dinge zur Sprache zu bringen, die wir alle zwar versuchen mit dem nötigen Feingefühl unbeantwortet zu lassen, aber selbst das hinterläßt oft ein häßliches Gefühl in uns. Josef räumt die Küche auf und ich das Wohnzimmer. Anschließend sauge ich die ganze Wohnung. Das hat mein Liebster bestimmt seit Ostern nicht mehr gemacht und selbst da habe ich ihm geholfen. Immer wieder muß ich die dicken Staubflusen von der Staubsaugerbürste abzupfen, damit diese sauber weiter saugen kann. Irgendwann während unserer Reinigungsarbeiten wird Josef muffig. Das wiederum macht mich wütend und am liebsten würde ich nun alles hinwerfen und mich in mein eigens Reich verdrücken. Mit viel Selbstbeherrschung, und einigen, dann doch etwas grob ausfallenden Worten an die Adresse meines Mannes, die er aber erstaunlich gut wegsteckt, meistern wir die gefährliche Situation. Wir sind ja schließlich nicht in Zeitdruck und können mit allen Arbeiten bis zum Eintreffen unserer “Kinder” locker fertig werden. Zu essen gibt es Schweinebraten, gemischte Knödel, Krautsalat und als Nachtisch süßen Quark mit frischen Erdbeeren.
12:00 – Florian, unser Erstgeborener, ruft an, sagt, das sie jetzt losfahren.
12:45 – Florian, Conny und Chantal treffen ein. Das Essen ist fertig.
13:00 – Kurz nach 13 Uhr treffen auch Christoph und seine Freundin Sabine aus München ein. Das Essen verläuft friedlich! und allen schmeckt es.
14:00 – Eigentlich war ausgemacht, das wir nach dem Essen etwas miteinander spielen. Aber Christoph hat das vergessen und seiner Sabine versprochen mit ihr eine Messe zu besuchen, die gerade in der nahe gelegenen Stadt ist. Schade! aber da kann man nichts machen. Die beiden ziehen schließlich ab, aber wir anderen lassen uns davon nicht abhalten. Wir spielen das “Verrückte Labyrinth” – Florian gewann, Conny wurde Letzte. Sie konnte sich nicht richtig auf das Spiel konzentrieren, denn laufend zerrte und nörgelte ihre Kleine an ihr herum. Diese war müde, konnte aber nicht zum Schlafen bewegt werden. Nach dem Spiel halfen alle zusammen, um den Kaffeetisch zu richten. Ich ging mit Florian in die Küche und als er zu mir etwas Scherzhaftes sagte, wollte ich ihm im Scherz einen Klaps auf den Po geben. Blitzschnell blockte er das aber mit seinem Unterarm ab, so daß mein Handgelenk dagegen prallt. Es tat etwas weh, aber es machte mir nichts aus – war ja selber schuld. Kurze Zeit später stellte ich dann mit leichtem Entsetzen fest, daß an dieser Stelle eine ziemliche Schwellung entstand. Ich zeigte sie her und Mann und Sohn sagte sofort, daß ich zum Arzt müsste. Ich zögerte, ich wollte jetzt nicht unseren gemütlichen Kreis verlassen. “Das ist nur ein Bluterguß, das bekomme ich immer wieder einmal, das ist nicht so schlimm!” hielt ich ihnen entgegen. Sie wollten davon aber nichts wissen. “Dann ruf wenigsten den Notarzt an und frage ihn, was er davon hält!” riet ich meinem Sohn. Das tat er. Und der meinte, ich solle“Das“ tatsächlich ansehen lassen. Florian und ich also zur Notversorgung. Josef ließen wir allerdings zu Hause, der macht in solchen Situationen nur sich und die anderen kribbelig mit seiner Ängstlichkeit.
16:00 – Beim Arzt komme ich glücklicherweise gleich dran. Er sagt das gleiche wie ich, daß es nur eine Prellung mit Bluterguss ist.
16:30 Auf dem Heimweg denken sich Florian und ich eine kleine Bosheit aus. Er verbindet mir den verletzten Arm und legt mir an den anderen eine (Schein-)Infusion an. So ausgestattet, kehren wir zurück. Wir gehen ins Wohnzimmer, in dem mein Mann und Conny auf uns gewartet haben. Josef sieht meinen Zustand und wird bleich. Ich sage, daß es nicht schlimm ist, aber er glaubt es nicht, weil ich ein ernstes Gesicht dazu mache. Er kann es nicht sehen, aber als ich das gleiche zu meiner Schwiegertochter sage, blinzle ich dazu mit den Augen. Große Erleichterung bei meinem Schatz, als er endlich unseren etwas makaberen Scherz schnallt/erkennt.
17:30 – Chantal wird immer quengeliger und so fahren Sohn und Schwiegertochter mit ihr heim.
18:00 – Ich räume noch das Geschirr in die Maschine und verabschiede mich dann auch.
21:30 – Ich liege bereits im Bett, als es an der Tür klingelt. Es ist mein Schatz, der von seinem Besuch bei seiner Mutter zurückkommt und sich überzeugen will, daß es mir mit meinem Handgelenk auch wirklich gut geht. Es ist ein inzwischen 6 x 8 großer Bluterguss, der aber nur wenig schmerzt. Erleichtert zieht er ab.

15. April 2002

10:00 – Wurde in der Nacht immer wieder mal wach, drum stehe ich jetzt erst auf. Ich will mich ausruhen für die Aktivitäten der nächsten Tage. Frühstück im Bett und Micky Maus lesen.
11:00 – Nach dem Frühstück habe ich trotzdem keine Lust etwas zu arbeiten, also setzte ich mich nach dem Anziehen vor meinen “Kasten” und vergnüge mich mit FreeCell.
12:00 – Mache mir 3 Wienerle heiß, dazu gibt es eine gelbe Rübe und einige Blätter rohes Weißkraut. Das Gläschen Sekt passt zwar nicht dazu, aber danach kann ich gut schlafen (Mittagsschläfchen).
16:30 – Wache auf. Bin ziemlich erschlagen, aber nichts hält mich nun mehr im Bett. Anziehen, rauf auf den Roller, runter zum Josef. “Fährst Du mit mir Skater?” frage ich ihn. Er will, aber als ich ihm die Strecke sage, die ich vorhabe, paßt er. “Dann fahr’ halt mit den Rad mit!” schlage ich vor. Das tut er dann.
18:00 – Nach 1 Stunde 20 Minuten sind wir wieder zurück. Es war herrlich! Josef bewundert mich, ich habe immerhin 16 km geschafft. (Wenn ich das nun nach genau 18 Jahren – heute ist nämlich auch der 15. April – lese, finde ich es erstaunlich, was wir immer so getrieben haben und daß meine Aufzeichnungen dazu diese Situationen mir wieder ins Gedächtnis rufen.)
19:00 – Fahre heim, dort das Übliche: FreeCell, Essen im Bett, Fernsehen im Bett, um ca.
24 Uhr Licht aus.

16. April 2002

Schlafe bis 9 Uhr … muß mich noch weiter für den nächsten Tag ausruhen. Dann Frühstück im Bett mit einem Micky Maus. Ich weiß, das langweilt vielleicht, aber so mache ich es halt fast jeden Tag.
10:00 – Aufstehen, duschen, anziehen, Wohnung aufräumen.
11:00 – An den Computer zum Berichtschreiben. Wenn ich mich nicht dranhalte, werde ich nie damit fertig. Nicht zu glauben, daß das so viel Zeit in Anspruch nimmt.
12:30 – Es reicht, ich kann nicht mehr. Ich muß wirklich versuchen mich kürzer zu fassen, sonst komme ich zu nichts Anderem mehr.
13:00 – Essen herrichten und bei einem Micky-Maus-Heft im Bett verspeisen. Generell esse ich immer im Bett, wenn es sich machen lässt. Das ist gemütlicher und bekommt mir besser. Heute gönne ich mir noch ein Gläschen Sekt dazu und kann anschließend herrlich schlafen.
16:30 – Wache auf, stelle fest wie spät es ist. Jetzt aber raus aus dem Bett, ich will ja noch zum Josef und die Nachspeise für morgen vorbereiten. Mit dem Roller brause ich die 4 km zu meinem Schatz. Das Wetter ist wider Erwarten recht gut, etwas frisch, aber die Sonne scheint freundlich. Josef finde ich außerhalb des Gartens beim Holzmachen vor. “Hast du gesehen, ich habe die Pumpe installiert!” fragt er mich stolz. Ich habe! Ich danke ihm dafür und bitte ihn, sie gleich einmal anzustellen. Der Boden ist so ausgetrocknet, daß für seine Bewässerung die Gießkanne allein nicht mehr reicht. Eine Zeitlang besprengt der Regner die rissige Erde, dann fällt der Schutzschalter, das Wasser bleibt aus. Nach dem 3. Mal nimmt sich mein Schatz die Pumpe vor und auseinander. Er kann das, denn er hat in grauen Vorzeiten einmal Maschinenbau + Elektrotechnik studiert. Eigentlich müßte ich ja jetzt rein in die Küche und die Nachspeise machen, aber ich habe dazu noch keine Lust. Statt dessen räume ich die Ziersteine von der Umrandung unseres kleinen Fischbeckens,

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hebe die Folie an und unterfüttere sie solange mit Erde, bis das Halbrund überall wieder auf gleichem Niveau ist. Dann drapieren ich die Steine wieder drum herum. Dann fülle ich den Erdwall auch noch etwas auf, lockere die Erde um die darum wachsenden Pflanzen, steche das von der Wiese aus übergreifende Gras ab. Jetzt sieht es wieder gut und ordentlich aus.
18:00 – Die Nachspeise, die ich machen will, habe ich zum letzten Mal vor ca. 40 Jahren gemacht und gegessen. Glücklicherweise habe ich die Zubereitung in meinem Kochbuch gefunden. Es soll eine Zitronencreme, kalt gerührt werden. Weil ich aber für die morgige Torte, gleich noch die Ananasdose mit den Stückchen von Josef aufmachen lasse und mit dem Saft weiter nichts vorhabe, wird es eine Ananas-Zitronencreme. Sie gelingt mir auf Anhieb – Hurra!
19:00 – Josef ist hungrig und schaut schon ganz abgespannt drein. Gibt aber bald etwas! Seit einer Stunde dünsten bereits vom geräucherten Wammerl zwei Scheiben in einer Pfanne, so daß ich nun nur noch aus gestrig über gebliebenen Kartoffeln in einer andere Pfanne Röstkartoffeln zu machen brauche. Erstaunlich wie gut so ein einfaches Resteessen schmecken kann! Josef findet das auch. Nach dem Essen ist es schon etwas spät, aber ich bleibe noch. Ich mache den Fernseher an und mache es mir auf dem Sofa gemütlich. Meine bessere Hälfte kommt auch, wir kuscheln uns aneinander und sehen uns gemeinsam einen Film an.
22:00 – “Du kannst das Auto haben!” sagt Josef, als es Zeit wird für mich, nach Hause zu fahren. Ich nehme aber lieber den Roller, dann habe ich noch etwas frische Luft. Bevor ich gehe, nehme ich noch das Fleisch für morgen aus der Tiefkühltruhe heraus.
22:15 – Was soll ich jetzt noch tun? Natürlich noch etwas FreeCell! Dann gucken, ob es im Fernseher noch Sehenswertes gibt.
23:00 – Licht aus! Morgen habe ich wahrscheinlich einen anstrengenden Tag vor mir.

17. April 2002
Schwiegermutter Hildegards Geburtstag!

8:00 Habe gut geschlafen, obwohl ich seit 6 Uhr mehrmals aufgewacht bin. Jetzt mache ich im Bett Frühstück.
8:30 Duschen, anziehen (heute etwas festlich), mit dem Roller zum Josef.
9:00 – Immer, bevor ich bei meinem Schatz etwas in seiner Wohnung beginne, so mache ich auch heute erst meinen Rundgang durch den Garten. Ich erfreue mich an ihm und baue mich damit auf. Dann Start zum Geburtstagsessen richten.
Zwischen 9:00 und 11:30 – Schweinefilet von Sehnen und Fett befreien, in 1 1/2 cm dicke Scheiben schneiden. Ein Bratblech dünn mit Öl bestreichen, Filetscheiben etwas flachdrücken, dicht nebeneinander legen, salzen, pfeffern, reichlich mit fein geraspelten Käse (ich nehme meistens Emmentaler, es geht aber auch Leerdamer oder Butterkäse oder ein Gemisch aus zwei verschiedenen Sorten) belegen und das Ganze mit reichlich süßer Sahne begießen, bei 200 Grad ca. 30 – 45 Minuten ins Rohr. Tomaten heiß waschen, vierteln, auf Teller anrichten, salzen, pfeffern, mit Balsamico-Essig und Distelöl beträufeln und mit frischem Schnittlauch aus dem Garten bestreuen. Dekorieren des Tisches mit Stiefmütterchen Blüten, zartem Grün und einem Strauß Tulpen. Teller auflegen, den Rest des Tischdeckens macht Josef. Sahne schlagen und damit die Ananastorte fertig machen. Eisbergsalat anrichten, Reis zum Kochen bringen, Wärmehalter aufstellen. Bei allem hilft mir mein Schatz, wo immer er kann.
11:00 – Josef macht sich auf, seine Mutter zu holen.
11:45 Josef kommt mit seiner Mutter zurück. Ich führe sie ins festlich geschmückte Wohnzimmer und präsentiere ihr ihre Geburtstags-Überraschung. Sie ist gerührt und freut sich über alle Massen darüber.
12:00 – Pünktlich kommt Florian mit Conny und Chantal, kurz darauf Christoph. Sekt wird geöffnet und alle stoßen mit Omi Hildegard an und wünschen ihr alles Gute zu ihrem Geburtstag.
12:30 – Das Essen beginnt. Allen schmeckt es wieder einmal vorzüglich, jeder langt zweimal zu. Meine Ananas-Zitronencreme finden, außer Florian, alle sehr gut (der probiert sie nicht einmal), und ist für sie etwas Neues.
14:00 – Florian muß zur Arbeit, verabschiedet sich. Der Rest geht an das Flüßchen, hält Ausschau nach den Wildenten – die aber halten ihr Mittagsschläfchen. Gehen durch den Garten und freuen uns an bereits aufgegangen Blüten.
15:00 – Auch für Conny wird es nun Zeit aufzubrechen. Christoph fährt sie, Chantal und Omi nach Hause. Omi Hildegard ist so glücklich über ihre Feier, daß sie mir 50 Euro aufdrängt.
15:30 – Helfe Josef in Wohnzimmer und Küche aufräumen (zusammen dauert das nicht mal eine halbe Stunde), anschließend machen wir einen gemütlichen Spaziergang.
16:30 – Fahre in mein eigenes Heim zurück. Ich bin zufrieden, denn es war ein rundum schöner Tag. Dort spiele ich ein wenig FreeCell zur Belohnung, weil ich alles so gut gemacht habe.
18:00 – Mache mir etwas zum Essen, schaue beim Essen Fernsehen.
20:00 – Wider Erwarten habe ich plötzlich noch Lust, an meinen Berichten zu schreiben. Dazu schalte ich im Fernsehen ein Quiz an und anschließend „Wolfs Revier“. Plötzlich klingelt das Telefon. Wer das so spät noch sein kann? frage ich mich. Es ist meine Schwiegermutter, die mir unbedingt noch einmal sagen will, wie gut ihr der Tag gefallen hat. Das freut mich – für sie und für mich.
21:00 – Habe keine Lust mehr aufs Schreiben, spiele jetzt zur Entspannung noch ein bisschen FreeCell.
22:00 – Im Fernsehen läuft noch Kommissar Rolle, den schaue ich mir bis zum Ende an. Danach zappe ich noch bisschen im Programm herum.
24:00 – Licht aus, schlafen

18. April 2002

8:00 – Wache auf, mache bis 9 Uhr Frühstück im Bett
9:00 – Aufstehen, anziehen, Wohnung aufräumen – dauert heute länger, weil ich gestern nichts getan habe.
10:00 – Pflanzen verrichten, danach ein bisschen Gymnastik: Kniebeugen zum Abbau des Bauchspecks, Liegestützen, zum Armmuskelaufbau, Rückenübungen zum Entspannen und Vorbeugen von Schmerzen.
10:30 Berichte schreiben, diese nach Word übertragen und korrigieren.
Danach – ca, um 12:00 – schlafen, lesen, fernsehen – nicht unbedingt in dieser Reihenfolge!
14:20 – Essen machen, ausruhen, Sex mit mir selbst, mit einem Pornofilm! Bleibt mir ja nichts anderes übrig, wenn Josef nicht mit mir will.
15:00 – Josef ruft mich an, sagt, daß er die Pumpe nicht hinkriegt. Ich rate ihm dringend, keine weitere Zeit damit zu verschwenden und eine neue zu kaufen. Den Rest des Tages vergammle ich und versuche mich zu erholen.

19. April 2002

8:00 – Wache zum zweiten Mal auf, drehe mich um, schlafe weiter.
9:00 – Was schon so spät! Jetzt sollte ich vielleicht doch einmal aufstehen. Während des Anziehens überlege ich, ob ich Josef beim Frühstücken überrasche. Ich verwerfe es, ziehe es erneut in Betracht, verwerfe es wieder. Kurz entschlossen rufe ich ihn dann doch an, frage, ob er sich freuen würde, wenn ich komme. Er tut es. Mit frischem, heißen Leberkäse bin ich gegen 9:45 bei ihm. Während wir noch beim Essen sitzen, klingelt es. Ich gehe und schaue nach, wer das ist. Es ist ein uns vom Sehen bekannter Mann, der den Ruf hat, ein Säufer zu sein. Er fragt mich etwas, aber ich kann ihn nicht verstehen. Rufe Josef hinzu, gemeinsam kriegen wir raus, was er will. Er biete uns zu je 10 Euro Starenkästen an. Josef will einen nehmen, ich sage, wir nehmen zwei! Da tun wir doch ein gutes Werk … für den Mann und für die Vögel! Als das geklärt ist, zieht er von dannen, mit unserer Zusicherung, daß wir nach dem Fertigessen kommen und sie holen. Das tun wir dann auch und stellen dabei fest, daß der Mann gar nicht so übel ist und wirklich sehr schöne Vogelkästen anfertigt.
11:00 Das Wetter ist erträglich geworden – lockere Wolken und dazwischen Sonnenschein. Das zieht mich in den Garten, Josef folgt mir. Mein Schatz hat diesen inzwischen mit der neuen Pumpe bewässert – das Wasser holen wir aus der nahe gelegenen Naab. Eigentlich sollte ich jetzt wieder heim und mich an meinen Bericht machen, aber ich möchte lieber Blumen gießen, was ich auch tat. Danach sagt mir ein Blick in unser Gartenhäuschen (das ich selbst gebaut habe),

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es könne nichts schaden, hier einmal aufzuräumen. Dreck, Abfall und Überflüssiggewordenes hat sich wieder einmal in den letzten Monaten angesammelt. Ich bin fast fertig, als es anfängt zu regnen. Na, das mußte wohl kommen – jetzt, nachdem wir den Garten mit dem Schlauch gesprengt haben. Josef hält noch eine Weile auf dem Dach des Hüttchens aus, das er abdichtet, aber ich gehe und mache uns etwas zu essen.
14:00 – Ich trage gerade das Essen auf, da bemerke ich eine kleine, blinde Stelle im Auge. Etwas später ist sie angewachsen und ich kann sie ganz gut lokalisieren. Diesmal ist es mehr im linken Augenbereich. Sie ist inzwischen faustgroß, mit silbernen und grauen Stellen, die durcheinander schwirren. So kündigt sich, seit meiner Kindheit, hin und wieder ein Migräneanfall an! (Und seit einiger Zeit weiß ich auch, wie man dieses Phänomen nennt – es ist eine Aura! Charakteristisch sind dynamische, meist visuelle oder andere sensorische Wahrnehmungsstörungen – lt. Internet) Schnell schlucke ich eine Paracetamol und trinke einen Schluck starken Bohnenkaffee in der Hoffnung, damit das Schlimmste zu verhindern. Ansonsten bin ich heute nicht bereit, mich davon fertig machen zu lassen. Jetzt möchte ich erst einmal essen!!! Anschließend lege ich mich hin. Glücklicherweise setzten keine Kopfschmerzen ein. Aber ich bin doch etwas geschafft. Meistens bekomme ich solche Anfälle, wenn ich mich überanstrenge – also jetzt einen Gang zurückschalten und langsamer machen. Nach einer Stunde geht es mir wieder einiger Maßen. Eigentlich sollte ich nun nach Hause fahren, aber es hat aufgehört zu regnen und es ist im Garten noch so schön. Ich setze mich auf einen Stuhl und schaue zu, wie Josef weiter auf unserem Gartenhäuschen herumturnt. Etwas später streife ich durch den Garten. Da plötzlich sehe ich, wie in einem der Beete die Erde leicht aufgeworfen wird. Schnell gehe ich in die Hütte und hole zwei Spaten heraus. “Josef”, sage ich zu meinem Liebsten, “komm schnell herunter, die Wühlmaus gräbt!” Vorsichtig pirsche ich mich an und… sie gräbt immer noch. Nun kommt auch vorsichtig mein Mann hinzu, aber da hören die Bewegungen unter der Erde auch schon auf. Und unsere Versuche, sie zu bekommen, scheitern. Schade, ich hätte sie zu gern erwischt. Seit Wochen gräbt sie mir die Beete um und entwurzelt dabei manch eine Pflanze. Übrigens – die Spaten benütze ich dazu, um der Wühlmaus vor und hinter ihr den Fluchtweg abzuschneiden und sie dann rasch auszubuddeln. Hat tatsächlich das eine und andere Mal geklappt.
17:00 Nun will ich wirklich gehen, aber da spricht uns ein Mann an. Ich sah ihn schon die Straße, die an unserm Garten vorbeiführt, heran humpeln. Er bittet uns um Hilfe. Kurz vorher hatte er sich in unserem kleinen Flüßchen ein Fußbad gegönnt und ist beim Hinaussteigen in eine Glasscherbe getreten. Er hat sich dann selbst notdürftig einen Notverband darum gebunden, um nicht so stark zu bluten. Zuerst wollte ich ihn neu verbinden, stimmte aber zu, es zu lassen wie es ist und die Sache einem Arzt zu übergeben. Rasch verfrachten wir ihn ins Auto – Josef legt einen kleinen Teppich auf den Boden, falls der Fuß wieder zu bluten anfangen sollte (es ist unseres Sohnes Auto) und ich fahre in die Notfallpraxis. Den Weg kenne ich ja inzwischen, war doch wenige Tage vorher mein Sohn mit mir dort, wegen der geplatzten Ader an meinem rechten Handgelenk. Die Praxis war offen (“DA muß man vorher anrufen, die sind nicht immer da!” hat mein Süßer vorher rumgenörgelt.), der Mann bedankte sich und wir fuhren wieder zurück. “Weißt du”, sagte ich zu Josef, “fragen hätte er schon können, was er uns schuldig ist. Ich hätte dann zwar “Nichts!” gesagt, aber fragen hätte er uns können!”
18:00 – Nun fahre ich wirklich heim … Zeit mich auszuruhen. Zuhause das Übliche: Ein bisschen FreeCell, essen, fernsehen querbeet und kurz vor 24 Uhr das Licht löschen.

20. April 2002

8:00 – Aufgewacht, Frühstück
9:00 – Haare färben, etwas kürzen.
10:00 – Zwei verschiedene Samen gesät. Ein bißchen Aufräumen.
10:30 – An den Computer zum Berichte schreiben.
13:10 Beende für heute das Schreiben, mache mir etwas zum Essen und gehe damit ins Bett. Bei einem Micky Maus Buch schmeckt es mir besonders gut.
13:30 – Mensch bin ich müde! Ich lege das Buch aus der Hand, schlafe schnell ein.
15:00 – Ich werde wach, weil es an der Tür läutet. “Wer ist da?” frage ich. Wenn ich gleich eine Antwort kriege, ist es meistens mein Schätzlein. Er ist es tatsächlich. Ich öffne, schlüpfe dann aber schnell wieder in meine Heia. “Komm’ leg’ Dich zu mir”, biete ich ihm an. Das macht er und wir kuscheln uns aneinander. Eine Zeitlang reden wir, dann macht er sich auf, wieder nach Hause zu gehen. Er hat noch nichts gegessen und ist hungrig.
16:30 – Ich versuche zuerst noch etwas zu schlafen, klappt aber nicht. Stehe auch auf und spiele FreeCell.
18:00 – Jetzt schreibe ich schon seit Stunden an meinen Berichten. Vielleicht klappt es ja heute, sie ins Internet zu schicken.
Hat es dann auch! (Dazu muß ich erklären, daß damals alles noch über Modem und Telefon lief.)

21. April 2002 – Sonntag

Um 1/2 8 Uhr aufgestanden, waschen, schminken, anziehen und zu Josef mit dem Roller fahren. Zusammen machen wir Frühstück und genießen es dann in aller Ruhe.
9:00 – Heilige Messe; unser Pfarrer ist vom Urlaub zurück – Gott sei dank! Der Ersatzpfarrer mag ja vielleicht nett sein – ich kenne ihn nicht – aber man hat ihn schwer oder gar nicht verstanden.
10:00 – Nach der Messe mit Herrn M., einem mir bekannten Lehrer, wegen meines Buches gesprochen. („Das Löwenkind“, eine Version des Buches meines Ururgroßvaters Victor von Strauß und Torneys “Reinwart Löwenkind“ das ich umgeschrieben habe zum Roman. Seines ist in hexametrischen Versen verfaßt, nicht immer leicht zu lesen.) Vielleicht kann ich in seiner Schule mal eine Autorenlesung halten. Garteninspektion, Plausch mit Nachbarn.
11:00 – Bin heimgefahren, um ein wenig zu schneidern. Josef macht inzwischen das Mittagessen.
12:45 – Fahre zu Josef zurück. Das Essen ist fast fertig: Ente, gemischte Knödel, Kartoffel- und Gurkensalat – mmmm lecker! Bis die Ente ganz gar ist, zusammen den Garten genießen.
13:20 – Das Essen ist so gut, wie es gerochen hat. Bist ein guter Koch, Josef!!! Nach dem Essen kurz beim Sohn anrufen, fragen ob er mit samt Familie vorhat zu kommen, denn wir machen jetzt einen ausgiebigen Spaziergang und sind eine Zeitlang nicht anzutreffen. 1 1/2 Stunden lang durch Felder und ein kleines Dörfchen; glücklicherweise fängt es nicht zu regnen an. Kommen leicht müde zurück. Rasch schneide ich vom eingefrorenen Kuchen zwei Stücke ab, taue sie auf und schon haben wir etwas zu unserem Kaffee. Dazu sehen wir ein bisschen fern.
18:00 – Nach einem erneuten Gang durch den Garten, fahre ich in meine gemütliche Wohnung zurück. Es folgt das Übliche: FreeCell, Abendessen im Bett, fernsehen!
Es war ein schöner friedlicher Tag. Danke mein Sepperl! (Ich weiß ja, daß Du das irgendwann mal liest!)

22. April 2002

Nach Frühstück und Aufstehen, Wohnung aufgeräumt und sauber gemacht. Es ist erstaunlich, wie viel liegen bleibt, wenn man einen Tag lang nichts tut. Wäsche waschen, später in den Trockner.
Es ist ca. 11:30, ich habe gerade den Computer gestartet, um meine Tagesberichte zu vervollständigen, als mich meine Schwiegertochter anruft. “Kannst du bitte kommen und auf Chantal aufpassen? Ich muß um 13:30 Uhr zur Arbeit. Florian kommt erst um 15 Uhr und Christoph ist noch nicht aus München zurück!”
Na klar kann ich, und damit mein geliebter Josef auch etwas von seiner Enkeltochter hat, hole ich ihn von seiner Wohnung ab. Weil normales Mittagessen damit ausfällt, nehme ich rasch noch einige Semmeln und tief gefrorene Wienerle mit.
12:30 – Wir kommen an, Sohn Christoph ist inzwischen auch eingetroffen. Conny öffnet auf unser Läuten, wir umarmen uns liebevoll. Hinter ihr taucht die Kleine auf, sieht mich und grinst voller Freude. Wegen Christoph erklärt Conny uns, daß er gleich wieder fort muß, deshalb hat sie uns auch nicht abgesagt. (Dieser war für einige Zeit bei ihnen eingezogen, was ihnen meistens den Babysitter – also uns – ersparte.) Sie macht sich gerade ein Kurzessen und wir setzen uns ein paar Minuten später mit unseren heiß gemachten Würstchen zu ihr und Chantal. Nach dem Essen bringe ich Chantal ins Bett. Aber sie weint, sie will nicht! Um ihre Mutti nicht zu belasten, nehme ich sie wieder heraus und setze mich auf die Treppe,‘schaun mer mal, was passiert‘! Chantal läuft hinter mir im Zimmer herum. Conny kommt und fragt, warum ich sie nicht im Bett lasse. Ich sage ihr, warum. “Laß sie ruhig schreien, mich stört das nicht!” erklärt sie. Da bin ich froh, denn ich finde es nicht richtig, wenn ein Kind unberechtigter Weise seinen Willen durchsetzt. Chantal ist wirklich müde und wird wahrscheinlich bald einschlafen.
13:30 – Conny und Christoph fahren gemeinsam weg. Chantal weint in ihrem Bettchen. Ich rede beruhigend auf sie ein, aber noch ist sie nicht bereit, nachzugeben, Da kommt der liebe Opa. “Willst Du Dir ihr Geschrei wirklich antun?” fragt er mich. Nein, daß will ich nicht. Und mir kommt eine Idee. Betont sage ich darum zu ihm: “Marsch Opa, geh’ jetzt ins Bett. Legt Dich hin und sei brav!” Für einen Moment verstummt Chantal und lauscht, was ich sage. Kaum liegt der Opa und es wird ruhig, fängt sie wieder an zu plärren. Da beginne ich, dem Opa eine Geschichte von einen kleinen Mädchen zu erzählen, das ich einmal kannte, und das auch erst nicht schlafen wollte. Sogleich hört unsere Enkelin gespannt zu und als ich damit fertig bin, ist Chantal eingeschlafen.
14:45 – Auch ich bin doch tatsächlich weggetreten in das Land der Träume – der Josef sowieso. Ich werde wach, als eine sanften, leisen Stimme sagt: “Tata dada! Tata dada!” Oder so ähnlich. Zuerst denke ich, Chantal redet im Schlaf. Aber sie hat wohl draußen etwas gehört und meint nun, ihr Papi kommt von der Arbeit. Immer wieder wiederholt sie den kleinen Satz, ohne aggressiv oder ungeduldig zu werden. Schließlich bin ich soweit munter – Josef inzwischen auch -, daß ich sie zu uns ins Bett holen kann. Sie kuschelt sich an mich. Ich frage sie testweise: “Willst du lieber raus? Willst du aufstehen?” Sie schüttelt energisch den Kopf. Und so scherzen, kuscheln und schmusen wir drei eine Weile und sind von Herzen fröhlich. Ach, wie liebe ich sie …! Als wir schließlich aufstehen, höre ich unten die Tür gehen. Florian ist da. Er umarmt mich liebevoll – von Conny weiß er, dass wir da sind – dann seinen Vater. Eigentlich könnten wir jetzt wieder fahren, aber Florian will uns noch nicht gehen lassen. Dies und das muß er uns noch zeigen und sagen. Und einen Kaffee will er auch noch mit uns trinken. Es ist kurz vor 17 Uhr, als wir aufbrechen. Chantal, auf ihres Vaters Arm, schaut ganz traurig, als sie kapiert, daß wir jetzt wegfahren werden und streckt mir versuchsweise noch mal die Ärmchen entgegen – vielleicht nehme ich sie ja doch mit. Aber heute geht das nicht!
Ich fahre zu Josefs Wohnung. Und dann … ja dann gehe ich gleich einmal in den Garten. Jeden Tag kann ich beobachten, was inzwischen wieweit gewachsen ist. Und dann entdecke ich eine kleine Sensation – wenigstens für mich: Die sechs kleinen Goldfischen, die meine Schwiegertochter mir zu Ostern geschenkt hat, schwimmen alle zum ersten Mal oben an der Wasserfläche. Bisher sind sie die ganze Zeit über äußerst schüchtern am Grund geblieben. Ich rufe Josef hinzu, er nähert sich vorsichtig. Als er sie sieht, freut er sich mit mir. Schnell hole ich aus dem Gartenhäuschen ein paar Preßkörner Fischfutter und werfe sie behutsam in die Nähe der Fische. Erst tauchen sie blitzschnell ab, aber wenig später zeigen konzentrische Kreise ihr gieriges Fressen an. Ach, was bin ich glücklich!
Josef ist bereits in die Wohnung zurück, als eine Nachbarin – sie hat den Garten neben dem unseren – mich anspricht. Ich gehe zu ihr an den Zaun. Während wir noch reden, kommt ein Wildentenpaar, das uns bereits im vierten Jahr besucht und fliegt über den Zaun in den Garten hinein. Zarte Laute von sich gebend, suchen sie zuerst im Gras und den Beeten nach Futter, steigen dann ins kleine Fischbecken. Nie würde ich sie verjagen! Sie vertrauen mir und lassen mich bis auf ca. 4 Meter an sich heran. Im Becken holen sie sich das restliche Fischfutter – die Fische selber erwischen sie nicht; sollten sie es auf die abgesehen haben, da mache ich mir gar keine Sorgen – und tauchen nach Algen und Grünpflanzen. “Weißt du”, sage ich zu der Nachbarin, “ich hoffe immer sehr, daß sie vor allem auch die Nacktschnecken fressen, wenn sie bei uns umeinander streunen, dann tun sie ein gutes Werk!”
Ca. 18:00 – Mache für heute Schluss, fahre heim. Dort, wie soll es anders sein, noch etwas FreeCell, dann Abendessen im Bett.
Das Fernsehprogramm ist ab 22:00 so uninteressant, ich aber noch so wach, daß ich noch nicht schlafen will, und so stehe ich auf, starte den Computer und scanne englische Texte und bearbeite sie. Mensch Meier, das macht mir richtig Spaß.
Um 00 Uhr gehe ich aber dann trotzdem ins Bett – man muß ja nicht übertreiben – und lösche das Licht.
P.S.: Die TELEKOM hat tatsächlich inzwischen gezahlt – Halleluja!

23. April 2002

8:00 – Frühstück im Bett mit Micky Maus Heft.
9:00 – Waschen, anziehen, Wohnung aufräumen – ist heute nicht so viel -; eine Ladung Wäsche in die Maschine, Geschirrspüler entleeren, trockene Wäsche aus dem Trockner zusammenlegen.
10:00 – Berichte schreiben und vervollständigen vom 20., 21. und 22. Zwischendurch ruft mich mein Liebster an, sagt, daß er mit seiner Mutti Besorgungen macht, er also die nächste Zeit nicht da ist.
11:30 – Wäsche ist gewaschen, raus nehmen, in den Trockner damit und die nächste Ladung in die Waschmaschine. Beginne mit dem Bericht für heute…
11:45 – Nähe noch ein bißchen!
13:00 – Fahre mit dem Roller zum Josef. Mein Liebster ist nicht da. Nach einem Rundgang im Garten, starte ich zu meinem Trainings. Ich will es langsam angehen: 7 Minuten gehen, 3 Minuten laufen. Beim Laufen zähle ich meine Atemzüge, immer von 1 – 30. 3 x 30 Züge dauern fast 4 Minuten, so daß ich schließlich fast auf 6 x 4 Minuten komme. Beim Laufen wird mir warm. Ich ziehe den Fließpulli aus, binde ihn mir um die Hüfte. Leute begegnen mir, viele noch warm eingepackt. Die werden sich womöglich über mich gewundert haben. Ich komme gut voran, überlege, ob ich an die 1/2 Stunde Hinweg 10 Minuten anhänge. Ich würde es gern, aber nach den beiden Schwächeanfälle letzte Woche sollte ich es vielleicht besser bleibenlassen. Als meine Stoppuhr Zeit zum Umkehren anzeigt, laufe ich dann doch weiter. Immer schön locker bleiben, nicht verkrampfen, dann schaffe ich es schon. Genau nach 40 Minuten mache ich kehrt. Den Rückweg über gehe ich es aber langsamer an – ich halte mich an 7 x 3 Minuten. Als 60 Minuten um sind, wird mir auf einmal merklich kalt vom Schweiß, der mir vom Rücken in den Bo und zwischen den Brüsten zum Bauch hinunter sickert. Also wieder rein in den Fließpulli, ich möchte mich schließlich nicht erkälten. Die letzten 2 Minuten – ich biege links zur Holzbrücke ein, trabe darüber, schaue, ob mein Schätzlein schon da ist. Und da sehe ich ihn auch schon, wie er ums Hauseck kommt. Ich pfeife! Er hört mich auch gleich und kommt mir entgegen. Bei ihm angekommen, stoppe ich die Uhr. 1 Std. 22 Minuten – also 2 Minuten mehr für den Rückweg! Aber ich fühle mich ganz gut, bin nicht über die Massen ausgepowert.
14:30 – Grille mir ein paar Käsekrainer und trage sie mit zwei Scheiben Brot und einem Glas Sauerkirschschorle in den Garten. Josef setzt sich zu mir, unterhält mich. Er hat schon gegessen, seine Mutter hat ihm in der Stadt ein Mittagessen bezahlt. Während ich noch esse, richtet er mir meine Liege her. Reichlich müde, strecke ich mich bäuchlings darauf aus. Josef deckt mich liebevoll mit einer Wolldecke zu, denn mein Rücken ist noch feucht vom Schweiß.
16:30 – Mache mich auf den Heimweg. Vorher noch zum Neukauf – brauche ein paar Dinge wie Milch, Zucker etc.
17.00 – Bin doch noch kaputt; ruhe mich aus beim FreeCell-Spiel.
19:00 – Nähen sollte ich, will ich aber heute nicht mehr. Aber englische Daten in den Computer einlesen, dazu habe ich noch Lust. Das tue ich dann auch 3 Stunden lang. Dann Essen machen und ins Bett damit, ein bisschen Fernsehen und um 0:30 Licht aus.

24. April 2002

9:00 – Frühstück im Bett
9:30 – Aufstehen, waschen, anziehen. Josef ruft an, wünscht mir einen guten Tag, erzählt, daß der Zwetschgenbaum blüht und 4 der 6 Blüten vom Kirschbaum.
10:00 – Wohnung aufräumen, Pflanzen verrichten, Trog mit Erde auffüllen, Kohlrabi säen, gießen, Wäsche aus dem Trockner zusammenlegen, Wäsche aus der Waschmaschine nehmen, in den Trockner legen.
10:45 – Schwiegermutter anrufen, einen Termin ausmachen zum Scannen ihrer alten Familien-Bilder. Der Termin klappt für nächste Woche.
11:00 – Schreibarbeiten am Computer:
12:30 – Fertig mit Berichtschreiben. Trage noch Kontoauszüge und Kurznotizen ein.
13:00 – Mache mir Reis und Rippchenfleisch zusammen mit etwas Sojasoße heiß, damit lege ich mich ins Bett zum Essen und lese ein… na was schon? dazu!
14:00 – Ich lege das Micky Maus aus der Hand und rutsche im Bett tiefer, kurz darauf bin ich auch schon eingeschlafen.
16:00 – Menschenskinder, habe ich lange geschlafen. Ich bin noch ein wenig dusselig, stehe aber trotzdem auf – ich werde schon munterer werden! Jetzt aber mal ran ans Nähen.
18:30 – Die Weste ist endlich fertig. Fange an, den Bund der dazu gehörenden Hose zu ändern, aber als die Nähmaschine Zicken macht, reichtes mir damit für heute. Zur Belohnung und Entspannung erlaube ich mir FreeCell zu spielen.
20:15 – Im Fernseher läuft Wolfs Revier. Dazu werde ich noch einige Seiten Englisch einscannen.
Drei Stunden lang tat ich das, dann war es Zeit zum Schlafen.

25. April 2002

8:00 – Fahre zu Josef runter – Gartenarbeiten warten auf mich.
Christoph ruft im Lauf des Vormittags an, fragt, ob wir für ihn einen Kredit aufnehmen können. Er selbst bekommt keinen, weil er im Moment keinen Verdienst nachweisen kann. Mit dem Geld will er einen Schlußstrich unter 1 1/2 Jahre Selbstständigkeit ziehen. Josef und ich möchten ihm diesen “Gefallen” eigentlich schon erweisen, aber Angst macht mir diese Forderung schon. Ich rufe ihn zurück, nachdem Josef und ich darüber nachgedacht haben und sage ihm, daß wir es versuchen werden. Aber ich sage ihm auch, daß, wenn er diesmal die Raten nicht an uns zurück bezahlt, wir ihn zwar immer noch lieben würden, aber stocksauer auf ihn wären. In meiner Hilflosigkeit finde ich nicht die Worte, die ich ihm gern zu diesem Thema sagen würde. Ich denke aber, er hat auch so verstanden. Das, was ich dann zu ihm sage, nimmt er erheitert zur Kenntnis.
14:45 – Komme in meine Wohnung zurück, entspanne mich etwas beim FreeCell.
15:00 Essen, ein bißchen lesen und ein kleines Stündchen Schlaf.
17:00 – Fange an mit englischen Text zu scannen
20:40 – Bis jetzt habe ich englischen Text bearbeitet. Jetzt lege ich mich hin und schaue noch ein bisschen fern.
23:00 – Lösche das Licht zum Schlafen

26. April 2002

7:30 – Stehe heute früh (für meine Verhältnisse) auf, denn Josef kommt um 9 Uhr zum Frühstücken zu mir und ich werde vorher noch meine Wohnung aufräumen und saubermachen
8:45 – Bin mit allem fertig, jetzt braucht mein Schatz nur noch zu kommen. Ich habe ihn zuvor noch angerufen, damit er Milch und Brot mitbringt. Jetzt sitze ich gerade vor meinem “Kasten” und notiere mir noch ein paar Begebenheiten – Josef wird aber gleich da sein.
Nach dem Frühstück fahren wir gemeinsam zu ihm und ich mache mich an die Gartenarbeiten.
11:30 – Der Sachbearbeiter der Postbank ruft an, sagt, daß wir den Kredit nicht bekommen, denn wir hätten noch zwei weitere Kredite laufen. Das der eine davon bereits beendet ist, konnte er lt. Schufa leider nicht feststellen.
12:00 – Berichte Christoph davon – wir fetzen uns etwas (weil ich zuerst ablehne, mich mit anderen Banken wegen eines Kredits in Verbindung zu setzen) und jeder von uns beiden ist hin und wieder mitten im Gespräch erregt und heftig. Aber wir bemühen uns auch, den Bogen nicht zu überspannen. Nachdem ich aufgelegt habe, ruft er sofort noch einmal zurück und entschuldigt sich etwas kleinlaut. Ich sage ihm aber, daß das in Ordnung geht und ich ihm nicht böse bin. (Ich liebe ihn sehr und er mich auch – das weiß ich!)
Den Rest des Tages verbringe ich wie häufig: FreeCell spielen, später etwas lesen und fernsehen.

27.April 2002

Josef hat mich am Vormittag abgeholt, zusammen haben wir jede Menge Pflanzen – die ich in den letzten Wochen herangezogen hatte – aus meiner Wohnung in das Auto getragen und zum Garten gefahren. Den größten Teil des Tages war ich dann damit beschäftigt, diese einzubuddeln. Dazwischen habe ich für uns ein Mittagessen gemacht und später hielt ich ein Schläfchen auf Sepperls Couch gehalten.

28. April 2002

8:30 – Fahre zu Josef, besuche mit ihm zusammen die hl. Messe. Anschließend Frühstück.
Gegen 11 Uhr ruft Schwiegertochter Conny an, fragt, ob wir da sind, denn sie würden gern kommen. Wir sind – und freuen uns auf ihren Besuch. In einem nahe gelegenen Dorf ist heute 950 Jahrfeier der Einweihung ihrer kleinen Kirche; da muß mein Sepperl hin, denn da gibt es was zu futtern. Als wir ankommen, geht gerade der Dankgottesdienst zu ende und wir können noch einen Blick auf unseren Bischof Manfred Müller erhaschen. Ihm sieht man an, daß er auch kein Kostverächter ist. Wir erstehen 6 Tortenstücke, für unseren Kaffeekränzchen am Nachmittag und sehen uns anschließend die kleine, aber feine Kirche von innen an.
Wieder Zuhause ist mir fad und ich schlage einen Spaziergang vor. Aber dann erinnere ich mich, wie müde uns der vor einer Woche gemacht hat und sage zu Josef, daß ich lieber unser Geh – Lauftraining machen würde. Das tun wir dann auch.
12:30 – Bin davon ziemlich geschafft (Josef sowieso, der hat nicht so viel Übung wie ich), mache dann aber doch schnell ein Mittagessen – Schweinelende gebraten, mit Sahnesoße und Nudeln. Nach dem Essen bleibt noch etwas Zeit zur Augenpflege (das bedeutet Schlafen.)
Kurz nach 15 Uhr kommen unsere “Kinder”. Sohn Florian hat auf seinem neuen (gebraucht gekauften) Trailer sein großes Schlauchboot geschnallt und mitgebracht. Eigentlich wollte meine Schwiegertochter ja lieber mit uns spazieren gehen, aber nach Kaffee und Torte schippern wir alle (Josef, Florian, Conny, Chantal und ich ) auf der Naab und der nahe gelegenen Donau herum. Es macht richtig Spaß! Ruhig und gemütlich gleiten wir auf dem Wasser dahin! Chantal, die ja erst 1 1/2 Jahre alt ist, hat überhaupt keine Angst. Sie hat sozusagen richtige “Seebeine”!
Später: Meine Kopfschmerzen, die sich seit einigen Tagen ankündigen, werden schleichend stärker. Schuld bin ich selbst, ich hätte mich nicht zum Paddeln hinreißen lassen sollen. Da habe ich mich wohl etwas zu sehr angestrengt. Aber es war toll! Vor allem, als ich aus einer Laune heraus anfing, immer wieder das Kommando “Hauruck!” zu geben. Alle haben es dann nachgesagt und plötzlich kam auch von der kleinen Chantal ganz deutlich dieses Wort. Na ja, das hat uns natürlich recht begeistert, und sie hat gestrahlt.
Florian samt Familie ist wieder nach Hause.
Ich verabschiede mich nun auch von Sepperl, denn der Schmerz in meinem Kopf wird immer schlimmer. Ich habe zwar schon im Lauf des Tages 2 Tabletten eingenommen, aber die zweite will nicht wirken. Dazu brauche ich Ruhe. Mache heute, nach neuerlicher Einnahme einer Tablette, kurz nach 22 Uhr das Licht aus.

29. April 2002

6:00 – Die ganze Nacht über Migräne, kurz vor dem Schlafengehen und jetzt in der Früh’ wieder eine Paracetamol geschluckt.
8:00 – Bin etwas aufgeregt, denn heute besuche ich meine Schwester Helga, die ich seit fünf Jahren nicht mehr gesehen und gesprochen habe. (Sie hat mich seelisch verletzt und das konnte ich ihr lange nicht verzeihen). Glücklicherweise haben jetzt meine Kopfschmerzen endlich nachgelassen!
12:00 – Fahre zu meinem Mann; wärme Rest auf (die werden unser heutiges Mittagessen).
14:00 – Mache mich früh auf den Weg zu meiner Schwester. Jetzt bin ich ganz ruhig innerlich. Angekommen trödle ich etwas herum – es ist noch nicht 3 Uhr.
15: 00 – Helga freut sich sehr, mich zu sehen. Damit schafft sie sofort eine angenehme Atmosphäre. Sie lädt mich ein zu Kaffee und Kuchen; zusammen mit ihrem 2. Mann Peter setzen wir uns an den Kaffeetisch. So viel haben wir uns zu sagen. Und wir können es so gut, wie nie zuvor. Offen und ohne Streß sprechen wir aus, was wir fühlen und denken. Später führt sie mich durch ihren Garten, der sich an einem Hang entlangzieht. Alles haben sie und ihr Mann auf das Beste angelegt und ich spreche ihr meine Bewunderung aus. Große Bewunderung hege auch für sie, weil sie mit ihren 61 Jahren immer noch ihren Dienst als Krankenpflegerin aufs Beste verrichtet.
18:20 – Verabschiede mich – bin eh lange geblieben. Helga weint fast, als ich mich von ihr trenne. Aber wir werden uns wiedersehen und nicht mehr so lange damit warten.
Der Besuch bei ihr hat mir sehr gut getan und erstaunlicherweise fühle ich mich wesentlich besser als all die Tage vorher. Mein Kopf ist endlich wieder schmerzfrei und leicht.
Begeistert erzähle ich meinem Mann von dem Besuch. Er wird beim Zuhören wohl einige kritische Gedanken gehegt haben, aber er sagte nichts dazu, was mich nur verärgert hätte. Anscheinend überzeugte ich ihn, daß meine Schwester in den letzten 5 Jahren so viel an Weisheit und Erkenntnis dazu gewonnen hat, daß man jetzt mit ihr ohne Streß reden kann. (Ist aber leider nicht so geblieben. Am Ende ihres Lebens – sie starb 2013 mit 72 Jahren an Krebs – hatte ich regelrecht Angst vor ihr. Eine Erklärung, weshalb liefere ich später.)
Mein Tag geht zu ende mit Zufriedenheit und einem leichten Gefühl, wie lange nicht mehr.

30. April 2002

9:15 – Josef holt mich ab, kaufen Ordner und Klarsichthüllen zum Aufbewahren und Ablegen der vorgeschichtlichen Unterlagen meiner Vorfahren. (Das Bearbeiten daran dauerte 17 Jahre, dann habe ich es auf dieser Internet-Seite veröffentlicht, inzwischen aber wieder heraus genommen.) Dann fahren wir zu seiner Mutter und mit ihr zusammen in meine Wohnung.
Bis kurz vor 14 Uhr scanne ich in ihrem Beisein ihre alten Familienbilder ein und versehe sie anschließend mit ihrer Hilfe mit Text.
14:00 – Josef holt uns ab; genießen zu dritt im Garten das Essen – Hühnchen mit Reis – das er für uns gekocht hat.(Seine Mama ist begeistert; hat ihr Sohnemann doch noch das Kochen gelernt.) Sepperl verzieht sich auf seine Liege und sie und ich legen bequem die Beine hoch und genießen den Anblick des Gartens samt seiner Umgebung. (Das Wetter ist gnädig und wärmt uns angenehm!)

Bild/Foto einfügen.

16:00 – Fahre Omi nach Hause. Sie ist sehr glücklich, daß ich mich um die Bewahrung ihrer “Schätze” kümmere; steckt mir 20 Euro zu. Zurückgekommen, lege mich noch ein wenig auf die Liege im Garten.
18:00 – Kehre in meine Wohnung zurück, spiele FreeCell, dann bis ca. 22:30 scannen und bearbeiten von englischen Texten. Nebenbei lasse ich den Fernseher laufen.
Kurz vor 24 Uhr lösche ich das Licht.

Damit ist dieser April-Bericht zu ende.
Es ist schon interessant nachzulesen, was sich vor 18 Jahren an jenen Tagen so abspielte.

Erarbeitet und zur Verfügung gestellt von Hildegard Fischer.
Alle Rechte an dem Manuskript liegen alleine bei ihr.

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